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Eishockey : Nun doch weiter mit Krupp?

Nur die Spieler wechseln: Uwe Krupp dürfte nun doch Bundestrainer bleiben Bild: REUTERS

Am Tag nach dem Aus bei der WM deutet doch vieles auf einen Verbleib Uwe Krupps als Bundestrainer hin. Auch Verbandspräsident Harnos kann sich diese Lösung nun vorstellen. Und: Krupp könnte die Bedingungen diktieren.

          2 Min.

          Die Eishockey-Weltmeisterschaft ist für die deutsche Nationalmannschaft mit dem Aus im Viertelfinale vorzeitig zu Ende gegangen. Die Zusammenarbeit mit Bundestrainer Uwe Krupp könnte nun offenbar doch fortgesetzt werden. Am Morgen nach der 2:5-Niederlage gegen Schweden, als die Spieler im Teamhotel ihre Taschen packten und nach dem endgültigen Saisonschluss in den Urlaub aufbrachen, verkündete Uwe Harnos, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), was sich in den vergangenen Tagen des Turniers in Bratislava angedeutet hatte: Er gab – aus Mangel an geeigneten Alternativen – sein Veto gegen eine künftige Doppelfunktion Krupps auf.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Der 45 Jahre alte Coach wechselt am 1. Juni zu den Kölner Haien, für die er in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) als General Manager arbeiten wird. „Wir werden uns mit Uwe zusammensetzen und dann eine Entscheidung verkünden“, sagte Harnos.

          Krupp, der aus seinem Wunsch an der Fortsetzung seiner seit 2005 mit Erfolg betriebenen Aufbauarbeit nie ein Hehl gemacht hatte, reagierte mit spontanem Interesse auf den Meinungsumschwung des DEB-Chefs: „Ich kann mir unter bestimmten Bedingungen vorstellen, dass es weitergeht“, sagte er und ergänzte: „Grundvoraussetzung ist, dass das Team zusammenbleibt.“ Dazu zählt er insbesondere auch seinen Weggefährten Franz Reindl, der seinen Posten als Sportdirektor eigentlich im Sommer aufgeben sollte.

          Stimmungsumschwung: Uwe Harnos kann sich nun doch eine Zukunft mit Krupp vorstellen
          Stimmungsumschwung: Uwe Harnos kann sich nun doch eine Zukunft mit Krupp vorstellen : Bild: dpa

          Krupp könnte die Bedingungen diktieren

          Den Krupp-Vertrauten hatte Harnos im Februar von der Trainersuche ausgeschlossen und entmachtet. Harnos geht weiterhin von einem Teilrückzug Reindls auf die Stelle des Generalsekretärs aus: „Darauf haben wir uns geeinigt und einen Vertrag unterschrieben.“ Das letzte Wort in dieser Angelegenheit scheint jedoch ebenfalls noch nicht gefallen zu sein, zumal Krupp durch den vierten Platz bei der Heim-WM 2010 und das achtbare Abschneiden bei den Titelkämpfen in der Slowakei in der besseren Verhandlungsposition als der angeschlagene Harnos ist – und Bedingungen für seinen Verbleib diktieren könnte.

          In Reindls WM-Kommentar überwog trotz eines positiven sportlichen Fazits die Ernüchterung: „So wie wir uns präsentieren, wie wir den Eishockeysport präsentieren, das versteht der Außenstehende nicht.“

          Der DEB war seit November auf Trainersuche, hatte aber bloß Absagen erhalten. Harnos verkündete am Donnerstag freimütig Namen, von denen er einen Korb bekam. Wunschkandidat war NHL-Coach Ralph Krueger, der seinen Vertrag bis 2012 bei den Edmonton Oilers einem Umzug nach Deutschland vorzog. In die „erste Kategorie“ fielen auch der bisherige Krupp-Assistent Harold Kreis von den Adler Mannheim sowie Pavel Gross (EHC Wolfsburg). Zweite Wahl seien der Hannoveraner Toni Krinner, Larry Mitchell aus Augsburg und Axel Kammerer von Zweitliga-Zweiten Schwenningen gewesen.

          Schnelle Entscheidung erwartet

          An Krupp dürfte nun kein Weg vorbeiführen, auch wenn Harnos am Montag erst noch zu einer weiteren Beratungsrunde mit DEL-Managern geladen hat. Aus dem Kreis der vierzehn Klubvertreter hatte sich vor allem Peter John Lee, der Sportlichen Leiter der Eisbären Berlin, mit Bedenken vor einer zu großen Machtfülle für Krupp zu Wort gemeldet. Er befürchtete, er können seinen guten Kontakt zu Nationalspielern dazu verwenden, um ihnen einen Wechsel zum achtmaligen Meister schmackhaft zu machen.

          Diese Meinung scheint aber nicht mehrheitsfähig. Stattdessen erwartet Harnos eine Entscheidung in dieser seit einem halben Jahr ungeklärten Personalfrage „noch im Mai, das wäre wünschenswert“. Von seinem Hauptarbeitgeber bekam Krupp schon das Einverständnis zu einem Zweitjob: Die Haie hätten nichts gegen das Engagement, sagte er: „Aus der Kölner Perspektive gibt es keine Probleme.“

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