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Eishockey : Immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort

  • -Aktualisiert am

Lance Nethery: Zufriedenheit ist Rückschritt Bild: picture-alliance / dpa

Der Kanadier Lance Nethery steht zum sechsten Mal im DEL-Finale. Dreimal gewann er als Trainer mit Mannheim die Meisterschaft. Mit Köln wurde er Zweiter. Als Manager holte er den Titel nach Frankfurt. Jetzt will er mit Düsseldorf die Überraschung schaffen.

          Angst bekamen die Düsseldorfer Verantwortlichen nur kurz vor den eigenen Fans. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde war nämlich das zweite Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen die Eisbären Berlin, das am Ostersamstag an der Brehmstraße ausgetragen wird, ausverkauft.

          Viele der Fans, die sich schon am frühen Morgen angestellt hatten, um Karten zu bekommen, wurden enttäuscht. Die Nachfrage überstieg bei weitem das Kontingent. Die Proteste derjenigen, die leer ausgingen, hielten sich trotz Befürchtungen und herbeigerufener Polizei in Grenzen. Ausschreitungen hätten auch nicht zu den Düsseldorfer Fans gepaßt. Viele hoffen jetzt einfach auf ein weiteres Heimspiel.

          Zum sechsten Mal im Finale

          Bei einem Düsseldorfer Erfolg der an diesem Donnerstag abend in Berlin beginnenden „Best of five“-Serie wäre ein zweites Heimspiel garantiert. Die Zuversicht, nach dem Finaleinzug eine weitere Überraschung zu schaffen, ist bei den Metro Stars ausgeprägt. Unmittelbar nach dem Halbfinale blickte Manager Lance Nethery nach vorn: „Wenn man mit dem Erreichten zufrieden ist, ist das ein Rückschritt.“

          Der Kanadier weiß, wovon er spricht. Er steht bereits zum sechsten Mal im DEL-Finale. Dreimal gewann er als Trainer mit Mannheim seit 1997 die deutsche Meisterschaft. Mit Köln wurde er 2000 Meisterschaftszweiter. Als Manager holte er den Titel 2004 mit den Frankfurt Lions. Der Finalgegner damals wie heute: die Eisbären Berlin. „Es wird sicher schwerer, weil sie damals selbst noch keinen Titel geholt hatten. Seit letztem Jahr wissen sie aber, was man braucht, um zu gewinnen“, sagt er. Allerdings wissen sie noch nicht, wie man ein Nethery-Team schlägt. Dreimal stand der Achtundvierzigjährige in den Play-offs den Berlinern gegenüber. Dreimal siegten seine Mannschaften.

          Gespür für richtige Zeit am richtigen Ort

          Ohnehin hat Nethery ein Gespür dafür, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Die Frankfurt Lions verließ er vor Jahresfrist in Richtung Düsseldorf, weil dort die Perspektiven besser sind. Die Multifunktionsarena, die man in Frankfurt so gerne bauen würde, ist in Düsseldorf fast fertig. Die erfolgreiche Mannschaft, um neue Fans zu gewinnen, hat er jetzt schon.

          Das Grundgerüst war schon da. Die deutschen Nationalspieler Daniel Kreutzer und Klaus Kathan, die mit dem Norweger Tore Vikingstad die gefährlichste Angriffsreihe der Liga bilden, etwa. Oder die jungen deutschen Cracks Alexander Sulzer und Patrick Reimer. Ein Stamm, der vieles erleichterte. Nethery löste ein paar alte Verträge auf, holte mit Craig Johnson einen Führungsspieler, der in den Play-offs ebenso auftrumpft wie die zuvor wankelmütigen Zwillinge Chris und Peter Ferraro.

          Auf Augenhöhe mit den Eisbären

          Ein wenig erinnert diese Mischung an die Frankfurt Lions 2004. Gebaut wurde das Team zunächst nur, um die Play-offs zu erreichen. Das taten die Metro Stars eindrucksvoll als Dritter - obwohl sie den kleinsten Kader aller DEL-Klubs haben. Sie hatten Glück mit Verletzungen und mit der Wahl des Trainers.

          Welches Juwel Nethery da verpflichtet hatte, wurde der Öffentlichkeit endgültig wohl erst im entscheidenden Halbfinale gegen Köln bewußt. „Er hat unglaublich viel Mut“, sagte Nethery und schüttelte den Kopf, als Don Jackson bei einer Fünf-gegen-drei-Überzahl und dem Stand von 2:3 auch noch Torhüter Trefilov vom Eis holte und trotzdem 5:3 gewann. Somit steht die DEG zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder im Endspiel.

          „Erst einmal mit Torhüter spielen“

          Ein Duell zweier Schwergewichte des deutschen Eishockeys. Düsseldorf dominierte die neunziger Jahre, Berlin das junge Jahrtausend. Die Anzahl der in diesen Abschnitten gesammelten Titel (5:1) spricht für den Altmeister, der den Eisbären dauerhaft zur Konkurrenz erwachsen dürfte. Nethery wird die finanziellen Mittel des Hauptsponsors Metro AG einzusetzen wissen, auf daß die Metro Stars langfristig ein Spitzenteam bleiben.

          Sie begegnen den Eisbären auf Augenhöhe und alles andere als ängstlich. Neben dem gefühlten Nethery-Vorteil haben sie zudem auch den realen, daß Jackson im vergangenen Jahr als einflußreicher Cotrainer zum Berliner Meisterteam gehörte. „Wir sind Außenseiter, aber nicht chancenlos“, sagt er und verrät über seine Taktik nur so viel, daß sein Team einfach agieren müsse. „Außerdem werden wir erst einmal mit Torhüter spielen.“

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