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Fecht-EM : Ein Sieg fehlt Ebert zur Medaille

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Gut drauf: Leonie Ebert (rechts) ficht bis in Viertelfinale. Bild: dpa

Im Viertelfinale war Endstation: Leonie Ebert kommt bei der Heim-EM der Fechter dem großen Traum recht nah. Am Ende muss sie aber Lehrgeld zahlen.

          Noch Minuten nachdem ihr Medaillentraum geplatzt war, hockte Leonie Ebert enttäuscht auf der Planche. Zusammen mit Bundestrainer Giovanni Bortolaso suchte die erst 19 Jahre alte Florett-Fechterin nach Erklärungen, was für den großen Wurf gefehlt hatte. Ein weiterer Sieg hätte der deutschen Hoffnungsträgerin bei der Heim-EM in Düsseldorf mindestens Bronze beschert.

          Im Viertelfinale blieb Ebert beim 5:15 gegen die Italienerin Elisa Di Francisca allerdings chancenlos. In diesem Duell schaffte sie es zu keiner Zeit, an die vorherigen überzeugenden Leistungen anzuknüpfen. Trotzdem sorgte die junge Athletin aus Werbach für das bisher beste deutsche Ergebnis dieser EM.

          Eberts starker Auftritt kam jedoch keineswegs überraschend. Insbesondere in dieser Saison hatte sie bereits mehrmals auf sich aufmerksam gemacht, nicht erst durch den zweiten Platz beim Weltcup im polnischen Kattowitz zu Jahresbeginn zeigte sie ihr großes Potenzial. Laut Sportdirektor Sven Ressel ist bei Ebert in den kommenden Jahren „alles möglich“.

          Bereits mit 14 Jahren schaffte sie den Sprung in die Nationalmannschaft und gilt seitdem als goldenes Versprechen für die Zukunft. In der Jugend gewann sie reihenweise Medaillen, darunter mehrere WM- und EM-Titel. Mit dem Team sicherte sie sich 2017 mit EM-Bronze die erste Medaille auf großer Bühne - in Düsseldorf fehlte nicht viel zum ersten Edelmetall im Einzel.

          Enttäuschung bei Degen-Herren

          Der ehemalige Bundestrainer Andrea Magro sagte, sie „sei eine freundliche, liebenswerte Person“, aber auf der Planche „tötet sie dich“. Genau so präsentierte sich Ebert vor ihrem Heim-Publikum - fokussiert, zielstrebig und eiskalt. Im Achtelfinale holte sie unter dem Jubel der Zuschauer beim 15:13 in einem packenden Duell mit der Italienerin Francesca Palumbo einen Rückstand kurz vor Ende auf, im Viertelfinale fand sie dann aber nie wirklich ins Gefecht.

          Ihre Teamkolleginnen Anne Sauer (Werbach) und Eva Hampel (Tauberbischofsheim) hatten sich dagegen nach starken Vorstellungen im Achtelfinale verabschiedet, Carolin Golubytskyi war bereits eine Runde zuvor ausgeschieden.

          Bei den Degen-Männern herrschte dagegen pure Enttäuschung. Richard Schmidt, der im vergangenen Jahr noch Bronze geholt hatte, scheiterte bereits in seinem ersten Gefecht - ebenso seine Mannschaftskameraden Lukas Hellmann und Nikolaus Bodoczi. Einzig Stephan Rein schaffte es in Runde zwei, verpasste da gegen den Finnen Niko Vuorinen aber knapp den Einzug ins Achtelfinale.

          Die Medaillen-Hoffnungen im Lager der deutschen Fechter liegen nun auf Max Hartung. Der Säbel-Europameister könnte mit einem Erfolg in Düsseldorf am Mittwoch den Titel-Hattrick perfekt machen. Auch in den Mannschaftswettbewerben, die am Donnerstag beginnen, rechnet sich der DFeB vordere Platzierungen aus.

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