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Selbst ist der Säbelfechter : Demaskiert um Ruhm und Ehre

Maximilian Hartung (l.) und Matyas Szabo kreuzen die Klinge in der Glühofenhalle Bild: Kenny Beele

Wenn es keine offiziellen Wettkämpfe gibt, muss man sie sich eben selbst gestalten. Die Säbelfechter Hartung, Szabo und Co. gründen eine eigene Liga und helfen sogar beim Aufbau der Halle.

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          Wenn es drauf ankommt, seine Disziplin in der Öffentlichkeit zu präsentieren, packt der Europameister mit an: Säbelchampion Max Hartung geht beim Aufbau der Planche in der Glühofenhalle in Düsseldorf mit tatkräftigem Beispiel voran, damit am Freitag und Samstag endlich wieder der Säbel rasseln kann. Hartung nimmt sich aber auch Zeit, um per Videocall Einblicke in die Location zu geben, an der die „Demaskiert-Liga“ ihre Premiere erleben wird: die Bahn schwarz abgehängt, grün und rot ausgeleuchtet, damit Fechten in einem neuen Look eine gewisse Coolness ausstrahlt.

          „Olympia und alle weiteren Saisonhöhepunkte sind ausgefallen“, erinnert Hartung, der auch Präsident der „Athleten Deutschland“ ist, an das schwierige Jahr 2020. Jammern über entgangene Wettkämpfe wäre eine Möglichkeit, die Pandemie über sich ergehen zu lassen. Selbst etwas auf die Beine zu stellen, lautet die andere Variante. „Wir Athleten sind heiß auf Wettbewerbe“, beteuert Hartung. Mit der selbst initiierten Liga „wollen wir die Corona-Starre weg säbeln.“

          Hartung und sein Kompagnon Matyas Szabo, gemeinsam Welt- und Europameister mit dem Nationalteam, sind nicht nur Leistungsträger, sondern auch Öffentlichkeitsarbeiter der Säbelfechter. Seit Monaten geben sie in ihrem Podcast „Demaskiert“ Einblicke in ihr Leben als Leistungssportler. Ursprünglich war die Serie als Begleitung zu ihrem Weg nach Tokio 2020 gedacht, mittlerweile haben die beiden Wirkungskreis und Zeitrahmen deutlich ausgeweitet. Spaßeshalber sehen sie sich als Nachfolger von Jack Sparrow, den Kino-Helden aus „Fluch der Karibik“, zugleich aber auch in der Verantwortung, ihre Sportart nicht völlig in der Versenkung verschwinden zu lassen.

          Ehe sie am Samstagnachmittag zum Säbel greifen, kämpfen am Freitag ab 16 Uhr schon die Frauen. Zuschauer sind nicht zugelassen, ein Hygienekonzept wurde erstellt, das penibel eingehalten werden muss. Übertragen wird das Event, bei dem es ohne Preisgeld um „Ruhm und Ehre“ geht, auf der Online-Plattform „twitch“. Als Kommentator fungiert Europameister Benedikt Peter Wagner, der wegen seiner Achillessehnenverletzung nicht selbst eingreifen kann. Unterstützt wird Wagner bei seinen Analysen von Spitzenkräften anderer Sportarten wie Fünfkampf-Olympiasiegerin Lena Schöneborn oder Karla Borger, Siegerin der Beachvolleyball-Bundesliga im Sommer, die als Vorbild für die Demaskiert-Liga diente.

          Sven Ressel, Sportdirektor im deutschen Fechterbund, begrüßt die Initiative der Athleten, auch wenn sie nicht abgesprochen war. Der Verband selbst wird im Dezember mit der Ausrichtung der German Masters an drei Wochenende für alle drei Waffengattungen nachlegen. Nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung. „Wir sind alle froh, wenn wieder gefochten wird“, sagt Hartung.

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