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DEL-Finale : München macht sein Meisterstück

  • -Aktualisiert am

Münchens Mads Christensen bejubelt seinen Treffer zum 4:1. Bild: dpa

Bis zuletzt hatte Berlin die DEL-Finalserie offengehalten – letztlich müssen sich die Eisbären dem jedoch Dauermeister beugen. Der fand just zum rechten Zeitpunkt die richtige Mischung.

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          Als das Meisterstück vollendet war, flogen Helme und Schläger auf das Eis. Genaugenommen flogen die ersten schon zwei Sekunden vor dem Ende. Aber das spielte am Donnerstag keine Rolle, denn der EHC Münchner hat die so aufmüpfigen Eisbären aus Berlin im entscheidenden letzten Spiel der „Best of seven“ -Finalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft die Grenzen aufgezeigt und deutlich 6:3 (4:1, 1:0, 1:2) und damit zum dritten Mal nacheinander den Titel gewonnen. Die Meisterkappen, die bereits vier Tage zuvor bereit gelegen hatten aber noch einmal hatten eingepackt werden müssen, waren schnell verteilt. Während die Spieler nach der siebten Partie ihre Kräfte für die lange Partynacht sammelten, gratulierte der Gegner brav und verließ nach der offiziellen Ehrung schnell das Eis.

          Nach dem Ski-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch die Meistermedaillen verteilt hatte und EHC-Kapitän Michael Wolf endlich die Trophäe in den Händen zielt, nahm die Sause auf dem Eis den üblichen Verlauf. Folienschnipsel flogen aus der Konfetti-Kanone und es wurde die ersten alkoholischen Getränke gereicht. Wie schon in den Vorjahren hielt sich Trainer Don Jackson im Hintergrund. Für den 61 Jahre alten Amerikaner ist es schon die achte Meisterschaft in der Deutschen Eishockey-Liga, fünf mit den Eisbären und nun die dritte in Serie mit den Münchnern. Den nationalen Titel zweimal nacheinander zu verteidigen, war vor dem EHC nur Adler Mannheim in den neunziger Jahren und den Berlinern zwischen 2011 und 2013 – mit Jackson als Trainer – gelungen. Aber zum ersten Mal in seiner DEL-Trainerkarriere fiel die Entscheidung erst im siebten Spiel der Finalserie.

          Die Münchner hatten in den Eisbären Berlin einen hartnäckigen Widersacher, der auch im entscheidenden Spiel nie aufgab. Am Donnerstag nahm Trainer Uwe Krupp fünf Minuten vor Schluss sogar noch Torhüter Petri Verhanen vom Eis, um vielleicht doch noch einen Drei-Tore-Rückstand aufzuholen. Denn das Momentum wechselte in dieser Finalserie mehrmals. Zum Auftakt hatten die Eisbären in München gewonnen, aber der Titelverteidiger konterte, gewann anschließend zweimal auswärts und das zweite Heimspiel. Es gab wohl nur wenige, die an einem Sieg im fünften Spiel und damit am Titelgewinn zweifelten. In München war am vergangenen Sonntag alles gerichtet für die Meisterfeier, der Schampus kalt gestellt und das Lokal für die Party reserviert. Aber die Eisbären glaubten noch an ihre Chance, traten aggressiv und zielstrebig auf und verhinderten erst einmal eine Münchner Meistersause. Als sie auch das Heimspiel am Dienstag gewannen, lag der psychologische Vorteil wieder bei ihnen. Es wäre ein historischer Erfolg für die Berliner gewesen, denn noch nie zuvor in der Geschichte der DEL hatte eine Mannschaft nach einem 1:3-Rückstand in der Finalserie noch den Titel gewonnen.

          Die erfolgsverwöhnten Münchner zeigten Nerven nach dem verpassten Matchpunkt, aber im entscheidenden siebten Spiel fingen sie sich wieder. Zwar gingen die Eisbären auch dieses Mal in Führung, Michael Dupont gelang das 1:0 in Überzahl (12. Minute), doch der EHC konterte und glich durch Konrad Abelshauser aus (13.). Nun waren die Münchner die aggressivere, wachere Mannschaft. Dem 2:1 (16.) durch Jonathan Matsumoto ließ Steve Pinizzotto nur zehn Sekunden später das 3:1 folgen. Der Titelverteidiger war zurück. Kurz vor dem Ende des ersten Drittels traf Mads Christensen zum 4:1 (20.), das erste in Überzahl. „Wir sind emotional da, wo wir sein sollen“, sagte Patrick Hager beim Telekomsport in der Pause. Nicht zu lässig wie am vergangenen Sonntag, aber auch nicht zu aufgeheizt, „dass man nicht zu oft auf der Strafbank sitzt.“

          Zum dritten Mal in Serie holt der EHC Red Bull München die Meisterschaft an die Isar.

          Womöglich haben die Eisbären diese richtige Mischung nicht gefunden, sie kassierten mehr Strafminuten als der Gegner und taten den Powerplay-Experten aus München damit einen Gefallen. Im etwas gemütlicheren zweiten Drittel nutzte der EHC abermals ein Überzahlspiel und Pinizzotto traf zum zweiten Mal an diesem Abend (28.). Im Schlussdrittel waren die Münchner schon im Meistermodus, ließen die Gästen das Ergebnis noch etwas freundlicher gestalten durch die Tore von Jamison MacQueen (45.) und James Sheppard (48.) noch etwas freundlicher gestalten. Der letzte Münchner Treffer der dritten Meistersaison gelang Brooks Macek (47.).

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