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Professionelles Zocken : Die skandinavische Gaming-Offensive

Massenspektakel: E-Gaming, so wie hier bei der „League-Of-Legends-WM“ in Paris, begeistert viele. Bild: dpa

Gaming gehört in Deutschland für Millionen Menschen zum Alltag. Der „E-Sport“ wird dennoch oft und heftig kritisiert. Dänemark und Schweden gehen derweil neue Wege. Können die beiden Länder Vorbilder sein?

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          Das professionelle Gaming, das von seinen Machern und Anhängern als „E-Sport“ bezeichnet wird, hat viele Gegner. Politiker, Funktionäre und Verteidiger des traditionellen Sports in Deutschland führen regelmäßig fehlende motorische Aktivität der Zocker, ethische Grenzfälle in virtuellen Duellen sowie vermeintliche Gier der Gaming-Industrie ins Feld, um gegen den Wettbewerb an der Tastatur zu argumentieren. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) forderte bereits, den „E-Sport“-Begriff „auszuradieren“, und erklärte im F.A.Z.-Interview, junge Menschen seien noch keine Sportler, „nur, weil sie ihre Finger erstaunlich schnell bewegen und Entscheidungen in Sekundenbruchteilen fällen“ könnten. Die zuletzt von der Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlichte Studie, dass sich auch in Deutschland vier von fünf Jugendlichen zu wenig bewegen, ist für die Gaming-Gegner dabei ein weiteres Argument für den Kampf gegen das Zocken.

          Sebastian Reuter
          Leitender Redakteur vom Dienst.

          Fakt ist allerdings: Das tägliche Gaming gehört mittlerweile für Millionen Deutsche dazu. Immer mehr Jüngere wie Ältere begeistern sich für den boomenden Unterhaltungsmarkt rund um die Stars von „League of Legends“ und „Dota 2“ und wollen ihnen nacheifern. Für den E-Sport-Bund Deutschland (ESBD) ist es daher folgerichtig, in Schulen und Vereinen Angebote und Anreize zu schaffen, virtuellen und klassischen Sport miteinander zu verknüpfen. Der Verband kämpft seit Jahren um die Anerkennung des wettbewerbsmäßigen Gamings als Sportart und hat erreicht, dass sich die Politik intensiv mit dem Thema beschäftigt, es auch im Bundestag mittlerweile „E-Sport“-Fans gibt und sich zuletzt das Land Schleswig-Holstein bereit erklärt hat, den Aufbau neuer Strukturen rund um das sportliche Gaming mit einer halben Million Euro zu finanzieren.

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