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Sieg im Pokalfinale : United Volleys gewinnen ersten Titel der Vereinsgeschichte

  • -Aktualisiert am

So sehen Sieger aus: Die United Volleys nach dem Finalerfolg Bild: dpa

Die Frankfurt Volleys gewinnen im Pokalfinale 3:0 gegen die Netzhoppers Bestensee und feiern ihren ersten Titel. Dabei schien die Saison lange Zeit eine ihrer schlechtesten zu werden.

          2 Min.

          Die 200 Fans der United Volleys gingen kein bisschen mit. Bewegungslos saßen sie am Sonntagnachmittag auf einer der Längsseiten in den unteren Rängen der Mannheimer SAP-Arena. Die Parole, die immer mal wieder über die digitale Bande lief, „Gemeinsam anfeuern!“, hatte keinerlei Wirkung auf sie. Kein Wunder, waren es doch nur Pappfiguren, die da von den Rängen grüßten, die Frankfurter hatten sie mitgebracht. Die realen Anhänger erlebten den 3:0 (25:23, 25:21, 25:22)-Sieg im Pokalfinale des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) pandemiebedingt nur aus der Ferne, vor den TV-Bildschirmen, mit.

          Sie sahen, wie sich ihre Mannschaft mit druckvollen Aufschläge gegen die Netzhoppers KW Bestensee schnell einen ersten Vorteil erspielte. Wie sich die Formation von Trainer Juan Manuel Serramalera auch nicht davon irritieren ließ, wenn die Brandenburger wieder einmal aufschließen und sogar vorbeiziehen konnten. Und wie Außenangreifer Tim Grozer, als er nach knapp eineinhalb Stunden mit voller Wucht den Matchball verwandelte, damit seinen Teamkollegen Daniel Malescha triumphierend auf die Knie sinken ließ, während der Rest des Kaders sich bereits zum Krönungsreigen zusammenfand.

          Dieser im Goldregen der Siegerehrung erst so richtig Gewissheit gewordene Triumph über einen Gegner, der den Tabellensechsten in der Bundesliga bereits zweimal zu Fall gebracht hatte, bedeutet für das 2015 von dem Grolsheimer IT-Unternehmer Jörg Krick gegründete Projekt nicht nur den ersten Titelgewinn samt abermaligem Startplatz im europäischen CEV-Pokal; er rettet den Frankfurtern auch vorzeitig eine Saison, die lange Zeit zu ihrer bislang schlechtesten zu werden drohte. Und vielleicht sogar die aus finanziellen Gründen als unsicher geltende Zukunft.

          Big Point: Frankfurts Tim Grozer jubelt über einen Punktgewinn.
          Big Point: Frankfurts Tim Grozer jubelt über einen Punktgewinn. : Bild: dpa

          Erstmals muss der dreimalige Liga-Halbfinalteilnehmer zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde noch um den Einzug in die Play-offs bangen. Schon am Mittwoch kommt der Rekordmeister VfB Friedrichshafen in die Ballsporthalle, um sich zum zweiten Mal dafür zu revanchieren, dass das frühere Team seines Trainers Michael Warm sie im Dezember überraschend aus der Cup-Runde geworfen hatte.

          Pizzaparty zur Einstimmung

          Doch das spielte an diesem Abend keine Rolle für die Auswahl um den bereits 37 Jahre alten Jochen Schöps, der 14 Jahre nach seinem vierten Cup-Erfolg mit der Mannschaft vom Bodensee noch einmal diese „geilen“ Momente genießen konnte. „Ich habe schon eine Flasche Sekt ploppen hören“, sagte der langjährige deutsche Nationalmannschaftskapitän bei der Pressekonferenz. Ein bisschen zu feiern werde auf jeden Fall erlaubt sein.

          Mit einem mentalen Vortrag während der beiden Vorbereitungswochen hatte der argentinische Coach Serramalera vor allem diejenigen unter seinen Kadermitgliedern auf diese Partie vorbereitet, die, anders als Schöps, noch gar keine Erfahrung mit solch einer Mission hatten. Den gebürtigen Heidelberger Linus Hüger etwa, der mit seinen erst 17 Jahren zu den jüngsten Teilnehmern in der Historie dieses Wettbewerbsfinals zählen dürfte. Bei einer Pizzaparty am Mittwoch hatte sich die eher aus ruhigen Charakteren bestehende, aber laut dem lebhaften Zuspieler Mario Schmidgall vielleicht gerade deshalb über den guten Teamgeist verbundene Riege auf die knapp einstündige Fahrt in den Süden eingestimmt.

          Vergessen waren die zwischenzeitlichen Disharmonien, die Außenangreifer Grozer in die Öffentlichkeit getragen hatte. Auch dem 22-Jährigen war jegliche Kritik vergangen: „Das ist ein wunderschönes Gefühl“, schwärmte er, noch bevor er zusammen mit seinen Kollegen die eigens angefertigten Gewinner-T-Shirts überstreifte. Sein eigener Vater, Georg Grozer, hatte 1993 vorgelegt, „es ist sehr schön, jetzt in seine Fußstapfen zu treten“.

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