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Tour de France : Düsseldorf steigt mit rechts aufs Rad

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Passionierter Radsportfan: Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Gansel wirbt für die Tour Bild: dpa

Düsseldorf will den Start der Tour de France 2017 ausrichten. Stimmen von rechts außen sorgen für eine knappe Zustimmung im Stadtrat. Radsport-Präsident Scharping freut es trotzdem.

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          Die deutschen Top-Radprofis und ihr Präsident Rudolf Scharping sind begeistert. Für viele Politiker im Düsseldorfer Stadtrat hatte die knappe Mehrheit für eine offizielle Bewerbung der Stadt als Startort der Tour de France 2017 dagegen einen bitteren Beigeschmack. Denn trotz geheimer Abstimmung war offensichtlich: Nur Stimmen der Republikaner und der AfD verhalfen der Stadt-Regierung zu einer 40:39 Abstimmung pro Grand Départ im Juli 2017.

          Jetzt muss die Tour-Direktion unter Christian Prudhomme ihre Zustimmung geben - einen Zeitplan dafür gibt es nicht. Aber die Düsseldorfer Chancen sind nach dem Verzicht Londons aus finanziellen Gründen groß. Spätestens im Lauf der nächsten Tour, die am 2. Juli in Mont Saint-Michel in der Normandie startet, wird klar sein, ob Düsseldorf als vierte deutsche Stadt nach Köln (1965), Frankfurt/Main (1980) und West-Berlin (1987) Startort wird.

          „Das ist ein schönes Signal der Politik, dass sich unsere Arbeit um mehr Glaubwürdigkeit des Radsports gelohnt hat“, sagte der dreifache Zeitfahr-Weltmeister und Träger des Gelben Trikots, Tony Martin, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach ausdrücklich auch für seinen neuen Teamkollegen Marcel Kittel und den Klassiker-Jäger John Degenkolb. Alle drei hatten das Image der einstigen Schmuddel-Branche nach endlosen Doping-Diskussionen hierzulande gehörig aufpoliert.

          Scharping erfreut

          Verbandspräsident Rudolf Scharping sprach in einer Stellungnahme des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) von einer „sehr guten Nachricht für die Stadt und für den Radsport in Deutschland“. Die denkbar knappe Entscheidung zeige aber auch, „dass der Radsport bei uns noch einiges tun muss, um auch Skeptiker von seiner Reputation zu überzeugen“.

          Michael Vesper, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), nannte die Zustimmung in der „Rheinischen Post“ (Online-Ausgabe) „einen Beitrag zur internationalen Positionierung des deutschen Sports“.

          Der tourbegeisterte Düsseldorfer Bürgermeister Thomas Geisel (SPD), der sich mit Prudhomme während der vergangenen Tour getroffen hatte, muss tief in die Tasche greifen. Die Gesamtkosten des finanziellen Abenteuers wurden auf „über sechs Millionen für die Stadt“ beziffert. Der Prolog soll am Rheinufer stattfinden, die erste Etappe am folgenden Tag im Düsseldorfer Zentrum starten. Die Tour wird von Freitag (Teampräsentation) bis Sonntag (Start 2. Etappe) in der Stadt sein.

          Der Ertrag für die Stadt durch den Imagegewinn und die erwarteten Fan-Massen ist eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Die war beispielsweise London, bereits 2005 Ausrichter eines umjubelten Tourstarts, zu riskant. Zum Grand Départ in diesem Jahr hatten über zwei Millionen Menschen Utrecht in Ausnahmezustand versetzt und die Gastronomie frohlocken lassen. Auf solche Begeisterung hoffen jetzt auch die Tour-Befürworter in Düsseldorf.

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