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Dressurreiterin Otto-Crépin : Dame im Sattel

Margit Otto-Crépin (rechts), hier neben der Schweizerin Christine Stückelberger (l.) und Dr. Reiner Klimke. Bild: Picture-Alliance

Die im Saarland geborene und für Frankreich startende Dressurreiterin Margit Otto-Crépin ist einer kurzen, schweren Krankheit erlegen, „aber nicht Covid-19“. Sie war 75 Jahre alt.

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          Eine zarte, elegante Reiterin auf einem großen, ausdrucksvollen Braunen: Das war das Bild von Margit Otto-Crépin und Corlandus, das der Dressur-Welt in Erinnerung bleiben wird. In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts brachte sie mit ihrem Holsteiner großen Glanz in die internationalen Vierecke, und es gab zeitweise nur ein Paar, an dem sie nicht vorbeikamen: Nicole Uphoff mit Rembrandt.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul wurde Margit Otto-Crépin, die für Frankreich startete, mit Corlandus Zweite hinter der Deutschen, bei der Europameisterschaft ein Jahr später war es genauso. Eine Dame und ein Mädchen – beide hinterließen tiefen Eindruck in der Branche.

          Bis zuletzt hielt Margit Otto-Crépin Pferde, seit 2005 in Hamburg, wo sie am Sonntag gestorben ist. Der Internetdienst „Eurodressage“ berichtet, sie sei einer kurzen, schweren Krankheit erlegen, „aber nicht Covid-19“. Sie war 75 Jahre alt.

          Frankreichs erfolgreichste Dressurreiterin

          Schon ihr Geburtstag erzählt ein Stück deutsch-französische Geschichte. Sie kam am 9. Februar 1945 in Saarbrücken zur Welt, also nur wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Saarland war bis 1957 von Frankreich kontrolliert. Später ging sie nach Paris, um an der Sorbonne das französische Sprachdiplom zu erwerben. Mit ihrer Heirat mit dem Hobby-Springreiter Daniel Crépin 1971 entschied sie sich für die Nationalität ihres Mannes und wurde so zu Frankreichs erfolgreichster Dressurreiterin.

          1987 wurde Margit Otto-Crépin in Goodwood Europameisterin mit Corlandus, 1989 gewann sie mit ihm den Weltcup, 1987 und 1989 siegte sie beim CHIO in Aachen. Mit dem Schimmel Lucky Lord bestritt sie auch später noch erfolgreich Championate, Corlandus aber war ihr großer Star.

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