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Schock beim Dressurreiten : Das große Drama der Isabell Werth

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Konnte es kaum glauben: Isabell Werth wird bei der Dressur-DM in Balve nur Zweite. Bild: dpa

Bei der deutschen Meisterschaft ist die erfolgreichste Reiterin der Welt auf dem Weg zur ihrem 15. nationalen Titel – doch dann passiert ein unfassbarer Fehler.

          Isabell Werth schüttelte immer wieder den Kopf, während Dorothee Schneider ihre Freude herausschrie. „Ich hab's geschafft“, rief die 50 Jahre alte Dressurreiterin und feierte die deutsche Meisterschaft im Grand Prix Special. „Ich freue mich natürlich riesig“, kommentierte Schneider ihren Sieg am Samstag in Balve.

          „Das ist sehr emotional“, sagte die Siegerin und kündigte an: „Das Pferd kriegt jetzt erst mal einen Haufen Möhren.“ Die Reiterin aus Framersheim gewann mit 80,745 Prozent. Werth kam mit Emilio (79,647) auf Rang zwei. Dritte wurde Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen mit Dalera (79,588).

          Dass Schneider jubeln durfte, lag an einem tollen Ritt – und an einem schweren Fehler von Werth. Die erfolgreichste Reiterin der Welt war auf dem Weg zu einer weiteren Goldmedaille, lag in Führung – und ritt dann mit Bella Rose Zweierwechsel statt einer Galopp-Traversalen. Der Chefrichter schien genauso geschockt darüber wie die Reiterin: Er reagierte erst mit Verspätung und klingelte als Zeichen für den Fehler deutlich verzögert. Danach musste Werth die Aufgabe neu anreiten. „Das passiert halt mal“, sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu: „Danach ist der Faden gerissen.“ Mit ihrem Zweitpferd Emilio lief es für Werth besser, so dass die 49-Jährige aus Rheinberg immerhin noch Silber erhielt.

          Für Schneider war der Sieg auch deshalb so besonders, weil ihr Pferd mehr als ein halbes Jahr verletzt ausgefallen war und die WM im Vorjahr verpasst hatte. Nun ist Showtime wieder fit und zeigte sich in Balve in Topform. „Dieses Pferd ist einfach wieder da“, schwärmte Schneider. „Dass ich hier jetzt deutsche Meisterin bin, das hätte ich nicht zu träumen gewagt.“ Dabei machte auch Schneider einen Patzer in ihrer Prüfung. „Dieses Angaloppieren war absolut mein Fehler“, kommentierte die Reiterin, die Werths Aussetzer selber gar nicht mitbekommen hatte.

          „Ich habe es nicht gesehen“, erklärte Schneider: „Ich habe mein Pferd in den Stall gebracht und hatte noch eine Dopingprobe mit Showtime. Erst als ich wieder hier ankam, habe ich gehört, dass da was mit Verreiten war.“ Während Werth kopfschüttelnd aus dem Viereck ritt, nahm Schneider die ersten Gratulationen entgegen.

          Den Titel bei den Springreiterinnen gewann Julie Mynou Diederichsmeier. Die 36-Jährige aus Scheeßel blieb mit Carlucci als einzige Starterin in insgesamt drei Runden ohne Strafpunkt. Auf Platz zwei kam die in den Niederlanden lebende Sophie Hinners mit Vittorio vor Kathrin Müller aus Arnsberg mit Felitia.

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