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Dopingsünder Chambers : „Es war eine armselige Entscheidung“

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Er nahm einst: Das Designer-Steroid THG, Insulin, Epo, Wachstumshormon, Modafinil und Testosteron Bild: AP

„Ich wollte der Beste sein, und es war mir egal, wie ich das erreiche“, sagt Ex-Leichtathlet Dwain Chambers über seinen Doping-Fehltritt vor drei Jahren. Heute spielt Chambers als Wide Receiver im American Football-Team der Hamburg Sea Devils.

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          Der für das American Football-Team Hamburg Sea Devils spielende britische Ex-Leichtathlet Dwain Chambers bedauert seinen Doping-Fehltritt vor drei Jahren. „Ich wollte der Beste sein, wollte nicht hinterher rennen, und es war mir egal, wie ich das erreiche“, verriet der 28-Jährige der Tageszeitung „Die Welt“: „Wenn ich heute noch einmal an der gleichen Kreuzung in meinem Leben stehen würde, dann würde ich einen anderen Weg wählen. Es war eine armselige, schlechte Entscheidung.“

          Chambers hatte im Dezember 2003 die Einnahme unerlaubter Substanzen zur Leistungssteigerung gestanden. Ihm wurde eine zweijährige Dopingsperre auferlegt, zudem alle Leistungen seit Jahresbeginn 2002 aberkannt, darunter seine Sieg im 100-Meter-Lauf und mit der britischen Sprintstaffel bei der EM 2002 in München sowie WM-Bronze mit der Staffel 2003. Auch seine Egalisierung des Europarekordes von Linford Christie am 14. September 2002 wurde annulliert.

          „Die Abkürzung auf dem Weg zum Erfolg“

          „Nicht nur im Sport, auch im normalen Leben nimmt der Mensch auf dem Weg zum Erfolg immer die Abkürzung“, sagt der Brite. In seinem Fall erwies sich die vermeintliche Abkürzung als langer Umweg. Erst bei der Leichtathletik-EM 2006 war er wieder bei einem Großereignis am Start. Er erreichte das Finale über 100 m und gewann mit der britischen Sprintstaffel den Europameistertitel.

          Der Schritt von der Leichtathletik zum Football fiel dem früheren Sprinter schwer: „Im Augenblick ist es wirklich übel: Ich bin immer müde, habe überall Prellungen und blaue Flecken, und mein ganzer Körper tut mir weh“, schilderte er seine Erfahrungen. Der auf der Position des Wide Receivers spielende Chambers wurde von der amerikanischen Football-Mutterliga NFL den Hamburg Sea Devils zugeteilt. Sechs Mannschaften (fünf deutsche, eine niederländische) spielen in der NFL Europa um den Titel.

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