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Doping : Trotz positiver Proben: Landis streitet alles ab

  • Aktualisiert am

Landis will nichts genommen haben Bild: dpa

Radprofi Floyd Landis hat zu Beginn seiner Anhörung vor der amerikanischen Antidoping-Agentur trotz der erdrückenden Beweislast bestritten, gedopt zu haben. Dem Amerikaner war wegen Dopings der Tour-Sieg 2006 aberkannt worden.

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          Floyd Landis trug Gelb: Der Tour-de-France- Sieger hat zum Start seiner Anhörung vor der amerikanischen Anti- Doping-Agentur Usada erneut alle Vorwürfe bestritten. Landis war zum ersten Termin in Malibu bei Los Angeles mit einer gelben Krawatte erschienen und äußerte sich optimistisch, auch sein Gelbes Trikot behalten zu können. Er wäre in der 104-jährigen Geschichte der Tour de France der erste Gewinner, dessen Sieg nachträglich aberkannt würde.

          „Ich freue mich, dass die Sache jetzt zu einem Ende kommt. Ich hoffe, dass die Richter fair und anhand der Tatsachen entscheiden“, sagte Landis vor der ersten Sitzung an der Pepperdine-University. „Sollten sie es tun, bin ich zuversichtlich, dass ich meinen Titel verteidigen kann und wieder Rennen bestreiten werde.“ Eine Entscheidung werden die drei Usada-Experten am 23. Mai fällen. Bis kommenden Mittwoch sollen unter anderem noch mindestens ein Dutzend Wissenschaftler gehört werden.

          Weitere positive Proben

          Landis droht wegen Testosteron-Dopings die Aberkennung seines im vergangenen Jahr errungenen Tour-de-France-Sieges und eine zweijährige Sperre. Er bestreitet, gedopt zu haben, und macht Laborfehler für die Befunde verantwortlich. Der 31-Jährige war in Begleitung seiner Eltern erschienen und erhielt Zuspruch von Mutter Arlene: „Wir glauben an seine Unschuld, also war das bisher auch kein Stress für uns.“ Während Landis seine Sicht der Dinge am ersten Tag noch nicht als Zeuge darstellen konnte, ließ sein Verteidiger Maurice Suh an der Anklage kein gutes Haar und kritisierte sie als „komplettes Desaster für die Anti-Doping-Bewegung“.

          Auf Anordnung der Usada waren unlängst sieben Proben, die bei der Tour noch negativ getestet worden waren, nachträglich mit exakteren Methoden untersucht und als positiv identifiziert worden. Es gebe keine natürliche Erklärung für den hohen Testosteronwert, der nach der 17. Etappe bei Landis festgestellt wurde, betonte Usada-Anwalt Richard Young. Während Landis-Vertreter Suh von einem historischen Fall sprach, blieb Young gelassen: „Es gibt nichts Einmaliges zu entscheiden. Es ist einer von dutzenden Fällen, in denen ein hoher Testosteron-Epitestosteron-Quotient durch einen anderen, genaueren Test bestätigt wurde.“

          Wie die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) unterdessen in Montréal mitteilte, ist sie bereits am Montag voriger Woche als Verfahrensbeteiligte in den spanischen Dopingskandal um den Arzt Eufemiano Fuentes zugelassen worden. Die Wada erhält damit nach eigenen Angaben Akteneinsicht und Mitwirkungsrechte. Davon will die Agentur auch Gebrauch machen und Einspruch gegen die Verfahrenseinstellung durch den zuständigen spanischen Untersuchungsrichter einlegen. Mögliche Beweise sollen in Zusammenarbeit mit dem Rad-Weltverband UCI für sportrechtliche Verfahren genutzt werden.

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