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Doping : Rad-Weltverband verlangt Verfahren gegen Contador

  • Aktualisiert am

Unter Druck: Gegen Alberto Contador müsse eine Verfahren eröffnet werden, verlangt die UCI Bild: REUTERS

Es wird eng für Alberto Contador: Nach einer langen Untersuchung wegen seiner positiven Dopingprobe fordert der Weltradsport-Verband UCI nun ein Verfahren gegen den Spanier. Ihm droht der Verlust seines Sieges bei der Tour de France.

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          Alberto Contador droht der Verlust seiner Radkrone: Der Weltradsport-Verband UCI fordert nach der positiven Dopingprobe des Tour-de-France-Siegers die Einleitung eines Verfahrens gegen den Spanier. Das sagte UCI-Sprecher Enrico Carpani am Montagabend. Die UCI verlange vom spanischen Radverband RFEC, ein Disziplinarverfahren zu eröffnen. Dieses muss nun binnen eines Monats durchgeführt werden. Sollte Contador bestraft werden, drohen dem neuen Star der dänischen Saxobank-Sungard-Mannschaft zwei Jahre Sperre und die Aberkennung seines Erfolgs bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt.

          Der RFEC will den Fall bis spätestens Mitte Februar abschließen. „Wenn wir ein Verfahren eröffnen, kann der Athlet seine Argumente vortragen. Für einen Fall wie diesen haben wir maximal drei Monate Zeit“, sagte RFEC-Präsident Carlos Castano der Sportzeitung „Marca“. Der Weltverband UCI hatte den Fall des positiv auf Clenbuterol getesteten Toursiegers am Montag an die RFEC weitergeleitet und die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens innerhalb von vier Wochen gefordert. Sollten die Spanier dies verweigern, können die UCI oder die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) beim Internationalen Sportgerichtshof Cas Einspruch einlegen.

          In der Vergangenheit hatte die RFEC bereits im Fall des erst nach Intervention des Cas gesperrten Alejandro Valverde bewiesen, dass sie Dopingfälle von prominenten Fahrern nur halbherzig verfolgt. Castano schlug sich nun ebenfalls auf Contadors Seite: „Ich würde mir wünschen, dass der Fall gut ausgeht. Aber nun muss sich das Wettkampfkomitee der Sache annehmen und eine faire Entscheidung treffen.“ Castano kritisierte zudem, dass der Verband sich nur bis zu drei Monate mit dem Fall beschäftigen darf. Man werde es in diesem Zeitraum nicht schaffen, alle Akten zu lesen. Die Dokumentation sei zu umfangreich.

          Contador war am zweiten Ruhetag der Tour de France positiv getestet worden. Der Spanier hatte die geringen Spuren des auch illegal zur Kälbermast verwendeten Clenbuterol mit verunreinigtem Fleisch zu erklären versucht. Die UCI hatte daraufhin eine vorläufige Sperre gegen den 27-Jährigen ausgesprochen und in Zusammenarbeit mit der Wada den Fall zur genaueren Untersuchung an Wissenschaftler weitergereicht.

          Sollte Contador gesperrt werden, dürfte ihm sein dritter Toursieg aberkannt und dem Luxemburger Andy Schleck zugesprochen werden. Es wäre das zweite Mal nach Floyd Landis 2006, dass die Siegerliste des größten Radrennens der Welt wegen eines Dopingfalls korrigiert werden muss. Schleck hatte Contador kürzlich überraschend den Rücken gestärkt. „Ich glaube nicht, dass er etwas gemacht hat, aber ich entscheide das nicht“, sagte der 25-Jährige. Er könne nur sagen, dass er auf Contadors Unschuld hoffe und ihm glaube. Einen nachträglichen Toursieg will er nicht annehmen. „Ich bin nicht im Gelben Trikot nach Paris gefahren. Ich bin immer noch Zweiter.“

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