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Box-Champion Dmitrij Biwol : Kontroverse um Russlands Stolz im Ring

Dmitrij Biwol freut sich über seinen Sieg in Las Vegas. Bild: USA TODAY Sports

Saul Alvarez galt als großer Favorit, doch der russische Boxer Dmitrij Biwol gewinnt den WM-Kampf. Zuvor hatte sich Wladimir Klitschko zu Wort gemeldet. Biwol kontert die Aussagen des Ukrainers danach.

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          Der russische Boxverband RBF hat dem WBA-Weltmeister im Halbschwergewicht, Dmitrij Biwol, zur erfolgreichen Titelverteidigung gegen Saul Alvarez gratuliert. Biwol sei ein Beweis für die Stärke des russischen Boxens, erklärte Verbandspräsidentin Tatjana Kirijenko gegenüber der Nachrichtenagentur TASS.

          Alexander Davydov
          Sportredakteur.

          Der gebürtige Kirgise hatte am vergangenen Sonntag in Las Vegas den als hohen Favoriten geltenden Alvarez klar nach Punkten besiegt. Für die mexikanische Boxlegende war es die erst zweite Niederlage in 61 Kämpfen. Aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine war es vor dem Kampf zu mehreren Kontroversen gekommen.

          Der frühere Weltmeister im Schwergewicht, Wladimir Klitschko, hatte in einem Interview mit dem Nachrichtensender BBC dazu aufgerufen, den Kampf zu boykottieren. „Jede Sanktion, und das ist nichts persönliches gegen den Athleten, ist gegen die Politik gerichtet“, sagte er.

          Biwol zollte Klitschko Respekt für dessen sportliche Leistungen, kritisierte jedoch Klitschkos politische Rolle: „Es ist traurig zu sehen, dass er Sport und Politik vermischen will“, sagte Biwol, der in St. Petersburg lebt und in den USA trainiert.

          Für den Kampf wurde Biwol letztlich der Einsatz der russischen Flagge als auch das Abspielen der Nationalhymne im Ring untersagt: „Ich war überrascht, wie sie mich angekündigt haben“, sagte Biwol gegenüber amerikanischen Medien. „Sie sagten nicht, dass ich aus St. Petersburg oder Kirgistan stamme, sondern, dass ich aus Kalifornien kommen würde.“

          Biwol könne die Entscheidung der Veranstalter letztlich verstehen, für den Boxer sei der Kampf primär das wichtigste gewesen, sagte er gegenüber TASS. Nach seinem bisher größten Karrieresieg äußerte sich Biwol abermals betrübt über den Krieg in der Ukraine, vermied es aber dabei, die russische Politik direkt zu kritisieren. Der 31-Jährige sei nach eigenen Worten in erster Linie Athlet und unqualifiziert, sich über politische Belange zu äußern.

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