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Deutsche Hallenmeisterschaften : DLV fordert neue Leichtathletik-Regeln

  • Aktualisiert am

17,79 Meter: Lena Urbaniak stellte eine persönliche Bestleistung auf Bild: dpa

Zum Start der Wettkämpfe in Karlsruhe kündigt der Deutsche Leichtathletik-Verband Änderungen an, um den Sport attraktiver zu machen. Die erste Medaille sichert sich eine Kugelstoßerin.

          Mit gezielten Regeländerungen will der Deutsche Leichtathletik-Verband die olympische Kernsportart spannender und attraktiver machen. „Wir werden entsprechende Anträge vor der WM in Peking auf dem IAAF-Kongress unterbreiten“, kündigte DLV-Präsident Clemens Prokop am Samstag vor den deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe an.

          So sollen künftig „experimentelle Wettkämpfe“ außerhalb des offiziellen Regelwerks möglich sein und Fans anlocken. Als Beispiel nannte Prokop die Veranstaltung „Berlin fliegt“, ein Wettkampf vor dem Brandenburger Tor mit den Disziplinen Weitsprung und Stabhochsprung am Vortag des ISTAF. Das neue attraktive Wettkampfformat kommt bei den Zuschauern gut an.

          „Unglaubliche Spannung vor dem Finale“

          Für die finalen Läufe bei den Zehnkämpfern und Siebenkämpferinnen schlägt der DLV den Start gemäß dem Punktabstand vor der letzten Disziplin vor. „Der Erste im Ziel ist dann der Sieger. Das verspricht unglaubliche Spannung vor dem Finale“, erklärte der DLV-Chef.

          Ein weiterer Antrag beim Leichtathletik-Weltverband betrifft die Inklusion. Dabei soll verbindlich geregelt werden, dass behinderte und nichtbehinderte Sportler künftig gemeinsam in einem Wettkampf antreten dürfen. „Athleten mit Hilfsmitteln sollen aber getrennt gewertet werden“, betonte Prokop – der zudem Interesse daran äußerte, die Hallen-Europameisterschaft 2021 ebenfalls in Karlsruhe stattfinden zu lassen. „Dieses Event ruft nach mehr“, so Prokop. „Warum nicht eine Bewerbung für eine Hallen-Europameisterschaft? Mit dieser Bahn, dieser Messehalle, dieser Infrastruktur, dieser Tradition.“

          Die nächste Hallen-EM findet vom 6. bis 8. März in Prag statt, für 2017 sind die Titelkämpfe an Belgrad vergeben. Der DLV richtet 2018 die Freiluft-EM 2018 in Berlin aus, wo bereits 2009 die Weltmeisterschaften stattfanden. Aus organisatorischen Gründen kommt laut Prokop die Hallen-EM 2019 in Karlsruhe deshalb zu früh.

          Im Hier und Jetzt hat sich derweil die Kugelstoßerin Lena Urbaniak den ersten Titel gesichert: Die 22-Jährige von der LG Filstal gewann die Konkurrenz am Samstag mit der persönlichen Bestleistung von 17,79 Metern. Auch Denise Hinrichs vom TV Wattenscheid übertraf als Zweite mit 17,76 die Norm für die Hallen-EM vom 6. bis 8. März in Prag um sechs Zentimeter. Dritte in Karlsruhe wurde die Leipzigerin Josephine Terlecki (17,20 Meter).

          Lisa Ryzih springt am höchsten mit dem Stab

          Bei den Stabhochspringerinnen setzte sich Lisa Ryzih aus Ludwigshafen mit 4,55 Metern vor Katharina Bauer aus Leverkusen durch, die fünf Zentimeter weniger schaffte. Dritte wurde Martina Strutz aus Schwerin mit 4,45 Metern. Dieses Trio hatten die Norm (4,45) für die Hallen-Europameisterschaften vom 6. bis 8. März in Prag bereits erfüllt. Silke Spiegelburg (Leverkusen) konnte ihren Titel in Karlsruhe verletzungsbedingt nicht verteidigen.

          Titelverteidigungen und Comebacks

          Fünf Monate nach seiner Knie-Operation hat Kugelstoß-Weltmeister David Storl ein erfolgreiches Comeback gegeben. Der 24-Jährige vom SC DHfK Leipzig gewann mit der europäischen Jahresbestleistung von 21,26 Metern bereits seinen vierten Titel nach 2011, 2012 und 2014. Zweiter wurde Tobias Dahm aus Sindelfingen mit 19,61 Metern vor dem Neubrandenburger Christian Jagusch (19,27). Damit hat nun auch Storl – wie zuvor Dahm und Jagusch – die Norm für die Hallen-Europameisterschaften in Prag (19,70 Meter) erfüllt.

          Auch für Verena Sailer verlief der Samstag nach Plan: Die Favoritin hat  bereits ihren siebten Sprinttitel über 60 Meter gewonnen. Die frühere Europameisterin aus Mannheim gewann das Finale in starken 7,12 Sekunden vor ihrer Vereinskollegin Alexandra Burghardt (7,24 Sekunden) und Rebekka Haase vom LV 90 Erzgebirge (7,27). Bereits im Halbfinale war Titelverteidigerin Sailer in der deutschen Saisonbestzeit von 7,14 Sekunden vorn gewesen; im Endlauf stellte die 29-Jährige ihre persönliche Bestleistung ein.

          Der Wattenscheider Christian Blum hat seinen Sprint-Titel derweil verteidigt. In einem spannenden 60-Meter-Finale setzte er sich in 6,57 Sekunden wie im Vorjahr denkbar knapp vor dem Berliner Lucas Jacubczyk (6,58 Sekunden) durch. Dritter wurde sein Vereinskollege Julian Reus (6,61 Sekunden). Den 27 Jahre alten Rekord des Berliners Sven Matthes verfehlte Blum nur um vier Hundertstelsekunden. Vorjahressieger Blum bleibt mit 6,56 Sekunden der schnellste Hallensprinter dieses Winters.

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