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American-Football-Spektakel : Der Super Bowl als politischer Spielball

  • -Aktualisiert am

Auch für Präsident Donald Trump ist der Super Bowl ein wichtiges Ereignis. Bild: Imago

Den Super Bowl zwischen den New England Patriots und den Philadelphia Eagles verfolgen mehr als 100 Millionen Amerikaner. Auch Präsident Donald Trump schaut ganz genau hin. Dafür gibt es Gründe.

          6 Min.

          Wer Szenen sieht, in denen amerikanische Sportler vor ihren Footballspielen in der umsatzträchtigsten Liga der Welt auf eines ihrer Knie sinken und schweigend der Nationalhymne lauschen, kann theoretisch zu einer Reihe von Einschätzungen kommen. Eine wäre eher oberflächlich und beträfe die Optik. Denn die Spieler haben eines gemeinsam: ihre dunkle Hautfarbe, was sie von der Mehrheit der Bevölkerung unterscheidet. Ausgangspunkt für eine andere Schlussfolgerung wäre die Antwort auf die Frage nach der Programmatik und dem taktischen Wert der Aktion. Was soll eine stumme Demonstration vor Millionen von Fernsehzuschauern in einer riesigen Arena mit Zehntausenden von Besuchern auf den Rängen überhaupt bezwecken? So ganz ohne Protest-Slogans und Banner und damit ohne eindeutige Botschaft?

          Der amerikanische Präsident hat diese stille Geste des Widerwillens darüber, wie eine Gesellschaft in den Augen mancher Footballprofis und anderer Sportler die tagtägliche Brutalität der Polizei gegenüber seinen unbewaffneten schwarzen Landsleuten ignoriert, Ende August gar nicht erst zu verstehen versucht. „Ich finde, das ist schrecklich“, sagte Donald Trump über den Mann, der mit dieser Form des Protests ein Jahr zuvor begonnen hatte. „Vielleicht sollte er ein Land finden, das besser für ihn funktioniert.“

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