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Ironman in Frankfurt : Schluss mit der schlechten Tradition

Sebastian Kienle will zum dritten Mal den Frankfurter Ironman gewinnen. Bild: dpa

Die Ironman-Events in Frankfurt und in Roth gehen sich künftig aus dem Weg. Denn wer Hawaii erreichen will, muss nach Frankfurt. Jan Frodeno ist bereits qualifiziert – nun wollen die starken Deutschen Herausforderer nachlegen.

          Einmal noch, dann hat der Unsinn ein Ende. Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt, Challenge-Rennen in Roth: Beides an diesem Sonntag, beides parallel. Das ist so, als wenn in der Formel 1 am selben Tag sowohl auf dem Nürburgring als auch auf dem Hockenheimring um WM-Punkte gefahren würde. In der Formel 1 undenkbar, im Triathlon seit Jahren schlechte Tradition. Einmal noch müssen sich die Fans des Ausdauerdreikampfs entscheiden.

          Wollen sie den Favoriten und zweimaligen Europameister Sebastian Kienle zum vielleicht dritten Mal als Sieger auf dem Frankfurter Römerberg sehen? Oder zieht es sie nicht doch lieber in die gleichfalls prallgefüllte Rother Triathlon-Arena? Dorthin also, wo der Ironman in Deutschland einst seinen Ursprung genommen und seitdem im Wortsinne Triathlon-Geschichte geschrieben hat.

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          Im Frankenland schaffte es Lothar Leder 1996 beim damaligen Ironman Europe als erster Mensch, die Langstrecke von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer laufen unter acht Stunden zu absolvieren. Jene 7:57:02 Stunden haben sich seitdem ebenso in den Chroniken dieser Sportart eingebrannt wie die 8:55:29 Stunden, die fünf Jahre zuvor die Holländerin Thea Sybesma benötigte, um als erste Frau unter neun Stunden zu finishen. Rekorde, wie auch die von Andreas Raelert 2011 aufgestellte (7:41:33 Stunden) und von Jan Frodeno 2016 unterbotene Weltbestzeit (7:35:39 Stunden) – alles made in Roth.

          Dass die Premiumprodukte Roth und Frankfurt sich von 2018 an terminlich um eine Woche voneinander entfernen, ist im Sinne der Zuschauer ein längst überfälliger Schritt. Denn richtig ist auch: Seit 2002 genießt das Rennen Ironman-Status. Ein Label, das in all den Jahren zuvor Roth gebührte. 75 Startplätze für die im Oktober stattfindende Weltmeisterschaft in Kona auf Big Island werden in der Stadt der Banken vergeben, die sich längst als Triathlon-Stadt einen vorzüglichen Namen gemacht hat.

          Frankfurt hat sich den Ruf erworben, hinter Hawaii die Nummer zwei des weltumspannenden Einzelkämpfer-Abenteuers Ironman zu sein. Die derzeitige Nummer zwei, das ist auch Sebastian Kienle. Der Hawaii-Champion von 2014, der sich vor drei Jahren anschickte, eine neue Ära der Deutschen bei dem Klassiker im Pazifik einzuleiten, ist eine Klasse für sich – und hat doch ein Problem: Sein größter Widersacher kommt gleichfalls aus Deutschland, heißt Jan Frodeno und will in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge Hawaii gewinnen.

          Jan Frodeno bejubelt seinen Sieg beim Ironman auf Hawaii.

          Um Frankfurt macht Frodeno einen Bogen. Der Olympiasieger hat sich vor einer Woche bei seinem Sieg in Klagenfurt die Qualifikation für Hawaii gesichert. Die starken Deutschen um Kienle und dessen Herausforderer Andi Böcherer und Patrick Lange wollen in Frankfurt nachlegen. Newcomer Lange, 2016 bei seiner Premiere auf Hawaii Dritter geworden, kann verletzungsbedingt erst seit acht Wochen wieder voll trainieren und ist „gespannt, was im Tank ist“.

          Im Frankenland, bei der Challenge Roth, wird Timo Bracht letztmalig in seiner Karriere seinen Tank anzapfen. Dann ist Schluss für den in zwei Wochen 42 Jahre alt werdenden Triathlonprofi. Abschiednehmen in Roth statt in Frankfurt. Dabei hat Bracht viele gute Erinnerungen an die Stadt am Main: 2009 wurde er hier Europameister.

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