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Die Finals in Berlin 2019 : Angriff des olympischen Sports aus Verzweiflung

Hoffen auf den Stärkebeweis: Auch Gina Lückenkemper läuft um die Gunst des Publikums. Bild: dpa

Berlin bietet am Wochenende die Bühne für eine Loveparade des Sports. Deutsche Meisterschaften in zehn Sportarten sollen der Hauptstadt ein Olympia-Flair verleihen. Doch dahinter steckt eine ernste Sorge.

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          Die blaue Bahn im Olympiastadion, die East-Side-Gallery an der Spree, die Rad-Strecke vom Strandbad Wannsee zum Vorplatz des Olympiastadions mit Tribüne und Olympischen Ringen – dreieinhalbtausend Sportlerinnen und Sportler haben gute Gründe, sich auf das Wochenende in Berlin zu freuen. Sie werden bei den Finals, gern auch englisch ausgesprochen, bei den deutschen Meisterschaften in zehn Sportarten eine Bühne finden, die sie sonst nicht bespielen dürfen: die große Stadt, das Zentrum der Aufmerksamkeit.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Das haben sie den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern zu verdanken, die jahrelang darum kämpften, dieses Event möglich zu machen. Nun kleckern sie nicht, sie klotzen: Mit zwanzig Stunden Live-Übertragung aus ihrem temporären Sendezentrum auf dem Olympiagelände dominieren ARD und ZDF am Samstag und Sonntag das Programm. Hunderte von Mitarbeitern und Technik aus dem ganzen Land haben sie für diesen Kraftakt an den zehn Veranstaltungsstätten in Berlin zusammengezogen. Was nicht im ersten oder zweiten Programm zu sehen sein wird, geht im Radio und per Live-Stream in die Welt. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky verspricht, dass ein Hauch von Olympia durch Berlin wehen und sich in den Fernsehbildern zeigen werde. Aleksander Dzembritzki, Staatssekretär für Sport in Berlin, malt fünf Ringe in die Luft: „Das ist eine kleine Olympiade.“

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