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„E-Sailing-Bundesliga“ : Virtueller Wind und Wellengang

  • -Aktualisiert am

Simuliertes Wasser: Die Segel-Bundesliga will die Begeisterung am Leben halten. Bild: Virtual Sailing

Ein Ersatz fürs echte Segeln? Mit E-Sailing will die Segel-Bundesliga die Sehnsucht nach dem Wasser stillen. Die Rennsimulation ist live auf diversen Kanälen zu verfolgen.

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          Der Spaß hat schon lange vor der ersten Regatta am Karfreitag und dem ersten Training zwei Tage davor begonnen. Denn in den 68 teilnehmenden Segelklubs aus ganz Deutschland hatten Vorauswahlen stattgefunden. In vereinsinternen Turnieren hatten sich die „E-Segler“ gemessen, um dann für ihre Klubs an der „E-Sailing-Bundesliga“ teilnehmen zu dürfen. Bei aller Freude am elektronischen Segeln seien da schon Ehrgeiz und Sportsgeist geweckt worden, sagt Deyke Zschachlitz von der Konzeptwerft GmbH: „Welche Asse haben wir im Klub?“

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          Das Hamburger Unternehmen um Geschäftsführer Oliver Schwall hat vor Jahren die reale Deutsche Segel-Bundesliga (DSBL) erfunden und erfolgreich aufs Wasser gebracht. Wie in der Fußball-Bundesliga gibt es dort Spieltage, Tabelle und einen Meister. Es hat sich ein Format entwickelt, das Jahr für Jahr die Segelklubs begeistert und längst zur Segel-Champions-League ausgeweitet worden ist. Der Meister der Segel-Bundesliga sollte auch in diesem Jahr gekürt werden – doch die Corona-Pandemie hat den Seglern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die erste Regatta war für den 8. Mai geplant. Sie ist nun auf den 17. Juli verschoben.

          Steuer am Bildschirm

          Das Format der „E-Sailing-Bundesliga“ lag dabei schon länger in der Schublade. Eine schnelle Reaktion „auf Corona“ sei das elektronische Segeln nicht gewesen, sagt Deyke Zschachlitz. Höchstens habe der Verzicht auf das aktive Segeln ein bisschen mehr Tempo in die Sache gebracht. „Wir wollen den Seglern, den Vereinen und den Liga-Fans gerade jetzt in den Zeiten von Social Distancing eine Möglichkeit geben, unseren Sport zu verfolgen und die Begeisterung für die Liga aufrechtzuerhalten“, sagt sie.

          Die Idee, die DSBL virtuell zu starten, entstand in Zusammenarbeit mit einem Beratungsunternehmen, das auch die Segel-Bundesliga unterstützt. Das Format der „E-Sailing-Bundesliga“ orientiert sich dabei eng am Format der Deutschen Segel-Bundesliga. Startberechtigt sind alle deutschen Segelklubs, die Mitglied im Deutschen Segler-Verband sind. Die Rennen sind „kurz und knackig“; pro Feld treten 20 Teams gegeneinander an. Jede Gruppe segelt untereinander fünf Wettfahrten aus. Gesteuert wird jedes Boot von je einem Vereinsmitglied am Bildschirm. Es wird bis Ende Mai sieben Spieltage geben, ehe am 5. Mai die sechs besten deutschen Segelklubs ihren deutschen Meister küren werden. Die „E-Sailing-Bundesliga“ basiert auf dem Segelregatta-Spiel „Virtuell Regatta inshore“.

          Es kann auf mobilen oder stationären Endgeräten gespielt werden. Alle Rennen und die Ergebnisse werden live auf Youtube, Facebook und „segelbundesliga.de“ übertragen. Dort werden sie von zwei Moderatoren begleitet. Selbst erfahrene Segler seien überrascht, wie viele Features das virtuelle Segeln habe, berichtet Deyke Zschachlitz. Wo sind die anderen Boote? Wo ist am meisten Wind? Woher kommt der Wind? Wo ist die Wende-Tonne? Es komme dem realen Segeln sehr nahe. Sie sagt: „Ein guter Segler hat gegenüber einem Nichtsegler auf jeden Fall einen Vorteil, wenn er es zum ersten Mal spielt.“

          Am Karfreitag bei der ersten Regatta der 68 Klubs wurden viele „E-Segler“ von den Teamkollegen per Videochat gecoacht, was die Stimmung verbesserte und dem Gemeinschaftscharakter des realen Segelns nahekam. Dort, in der Segel-Bundesliga, segeln Dreier-Teams gegeneinander, und der Taktiker an Bord übernimmt die Aufgaben eines Coaches. Für die kommenden Spieltage rechnen die Ausrichter mit bis zu 80 teilnehmenden Klubs.

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