https://www.faz.net/-gtl-16t6g

Diamond League in Oslo : Nadine siegt wie Lena - Powell demonstriert Stärke

Er fühlt sich so stark wie schon lange nicht mehr: Sprinter Asafa Powell siegt in Oslo Bild: AFP

Ihre Scheibe ist keine CD, sondern ein Diskus: Nadine Müller ist in Oslo genauso erfolgreich wie Lena Meyer-Landrut. Bei der Station der Diamond League siegte die Werferin. Schlagzeilen macht auch der jamaikanische Sprinter Asafa Powell.

          2 Min.

          Wieder hat eine Deutsche in Oslo triumphiert. In Woche eins nach Lena Meyer-Landruts Erfolg im European Song Contest gab die Hallenserin Nadine Müller mit einem Sieg in der norwegischen Hauptstadt ihr Debüt in der Diamond League. Ihr Publikum waren nicht Millionen, sondern 13.500 Zuschauer im Bislet-Stadion, und ihre Scheibe ist keine CD, sondern ein Diskus.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Im ersten Wurf schleuderte die 24jährige ihn am Freitagabend auf 63,93 Meter. Zwar gelang ihr kein weiterer gültiger Versuch, doch hatte sie damit 10.000 Dollar Siegprämie gewonnen, ihre größte Einnahme bisher, wie sie sich freute. Der Münchner Malte Mohr übersprang wie in Schanghai 5,70 Meter; diesmal reichte die Höhe nicht für den Sieg, aber immerhin für Platz zwei. Der Franzose Renaud Lavillenie kam auf 5,80 Meter.

          Schlagzeilen machten auch die Läufer. Der Jamaikaner Asafa Powell brachte die hundert Meter in 9,72 Sekunden hinter sich, so schnell wie noch niemand in diesem Jahr. Vor zwei Jahren noch war das die Zeit, mit der Usain Bolt ihm den Weltrekord abnahm. Obwohl Powells Ergebnis wegen 2,1 Meter Rückenwindes nicht in die Bestenlisten eingeht, zeigt es doch, in welch hervorragender Form der Läufer ist.

          Nicht aufzuhalten: Der Jamaikaner Powell lief in Oslo allen davon

          Großes Duell in Oslo über 800 Meter

          Powell demonstrierte, dass er sich so stark fühlt wie lange nicht mehr, indem er vor den Kameras herumalberte und seine mächtigen Bizeps vorführte. Er sei jetzt aus seiner Nussschale herausgekommen, behauptete er. Mit seinen schnellen Läufen in diesem Jahr steigert er das Interesse - und den Preis - am Kräftemessen mit Usain Bolt, der bei der Weltmeisterschaft von Berlin in 9,58 Sekunden seinen dritten Weltrekord über hundert Meter lief und derzeit wegen einer gereizten Achillessehne pausiert.

          Zum großen Duell kam es in Oslo über 800 Meter. Der zweimalige Hallen-Weltmeister Abubaker Kaki aus Sudan forderte den Kenianer David Rudisha heraus - und scheiterte großartig. In 1:42,23 Minuten unterbot der Zwanzigjährige seine persönliche Bestzeit, mit der er Junioren-Weltmeister geworden war, stellte einen Landesrekord auf und unterbot den 31 Jahre alten Stadionrekord von Sebastian Coe um eine glatte Zehntelsekunde - und war doch während des gesamten Rennens stets Rudisha auf den Fersen gewesen.

          Dessen Sieg in 1:42,04 Minuten zeigt auf, welches Potential diese neue Generation von Mittelstreckenläufern hat. Der 21 Jahre alte Rudisha hält seit vergangenem Jahr mit 1:42,01 den Afrika-Rekord, der 25 Jahre lang für Sammy Koskei zu Buche gestanden hatte (1:42,28).

          Blanka Vlasic setzt sich durch

          Nur Coe, der Brasilianer Joaquim Cruz und der aus Kenia stammende Däne Wilson Kipketer waren auf den zwei Stadionrunden je schneller als der junge Mann, der aus der Schule des irischen Fraters Colm O'Connell in Eldoret stammt - und niemand, seit Kipketer den Weltrekord vor dreizehn Jahren in Köln auf 1:41,11 steigerte. Nicht nur im Showgeschäft gehen in Oslo Sterne auf, sondern auch im Sport.

          Im spannendsten Zweikampf der Frauen-Wettbewerbe setzte sich Blanka Vlasic durch. Ihr Sieg über die Amerikanerin Chaunte Lowe ließ sie Jubelschreie und ihre Fäuste in den Himmel über Oslo stoßen: Mit 2,01 Meter hatte die Kroatin zum ersten Mal in dieser Saison zwei Meter übersprungen und die Überfliegerin der Saison besiegt. Chaunte Lowe hatte am vergangenen Wochenende im strömenden Regen von Cottbus mit 2,04 Meter den 22 Jahre alten amerikanischen Hochsprungrekord von Louise Ritter übertroffen.

          Weitere Themen

          „Das ist eine irre Entwicklung“

          Eintracht Frankfurt : „Das ist eine irre Entwicklung“

          Mitgliederrekorde, Umsatzrekorde, Beliebtheitsrekorde: Die Frankfurter Eintracht wächst über sich hinaus. Sie sieht sich als zweitbeliebtesten Bundesligaklub bei jungen Menschen.

          Topmeldungen

          Das neues Coronavirus hat Deutschland erreicht, sagt der Präsident des
Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit,
Andreas Zapf (2.v.r.), am Dienstag in München.

          Deutscher Coronavirus-Fall : Behörden prüfen 40 Kontaktpersonen

          Dem Erkrankten aus Starnberg geht es laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit „recht gut“. Er hat sich wohl bei einer Kollegin aus China angesteckt. Nun wird überprüft, ob sich weitere Personen infiziert haben könnten.
          Beliebter denn je: Eintracht Frankfurt hat derzeit viele Rekorde zu vermelden.

          Eintracht Frankfurt : „Das ist eine irre Entwicklung“

          Mitgliederrekorde, Umsatzrekorde, Beliebtheitsrekorde: Die Frankfurter Eintracht wächst über sich hinaus. Sie sieht sich als zweitbeliebtesten Bundesligaklub bei jungen Menschen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.