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Leichtathletik : Besser weit als hoch

Meetingsiegerin und Europameisterin im Weitsprung: Malaika Mihambo Bild: dpa

Vor Wochenfrist rockten beide das Berliner Olympiastadion. Nun hebt Weitspringerin Malaika Mihambo auch in der Diamond League ab. Hochspringer Mateusz Pryzbylko kommt dagegen nicht ins Fliegen.

          Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo hat beim Diamond-League-Meeting in Birmingham abermals ihre großartige Form bewiesen und mit dem neuen Meeting-Rekord von 6,96 Metern auch Dreisprung-Olympiasiegerin Caterine Ibargüen aus Kolumbien überflügelt. Der Springerin aus der Kurpfalz fehlten im sechsten und letzten Versuch nur drei Zentimeter an ihrer Bestmarke und deren vier zur magischen Sieben-Meter-Marke. Die zweifache Weltmeisterin Ibargüen konnte nicht mehr kontern, sie wurde mit 6,80 Zweite. „Am Anfang hatte ich ein paar Probleme, dann habe ich aber das Beste aus diesem Wettkampf gemacht", sagte Malaika Mihambo gewohnt selbstkritisch.

          Vergangene Woche in Berlin hatte Malaika Mihambo gemeinsam mit Hochspringer Mateusz Pryzbylko das Publikum im Olympiastadion zu Begeisterungsstürmen getrieben. Beide waren am gleichen Abend binnen zehn Minuten zu ihren EM-Siegen weit und hoch gesprungen. Pryzbylko zeigte dabei mit einer makellosen Serie bis 2,35 Meter den Wettkampf seines Lebens. Diesmal agierte er weniger überzeugend. Neun Anläufe nahm er an diesem Samstag, die Latte zu meistern: sieben Mal ging es daneben. 2,16 und 2,20 Meter schaffte er erst im dritten Versuch, 2,24 gar nicht. Der Hochsprung-Europameister aus Leverkusen landete bei seinem ersten Wettkampf nach dem Höhenflug von den Kontinentalmeisterschaften nur auf Platz sechs unter acht Teilnehmern. Der Sieg ging an den Australier Brandon Starc (2,33).

          Auch Speerwurf-Europameister und -Olympiasieger Thomas Röhler (Jena) fand beim ersten Wiedersehen mit seinen Konkurrenten gleich mehrere Meister: Röhler musste sich mit 84,33 Metern und dem vierten Platz zufrieden geben. Deutlich weiter warf sein Medaillenpartner von Berlin, Silbergewinner Andreas Hofmann (Mannheim), der mit 89,82 Meter die Konkurrenz für sich entschied. „Die Bedingungen waren nicht einfach, der Wind hat ständig gewechselt, deshalb bin ich sehr froh über dieses Ergebnis", sagte Hofmann. Der nicht für die EM qualifizierte Mainzer Julian Weber schaffte es mit Saisonbestleistung (86,63) auf Platz zwei. Auch der Este Magnus Kirt (85,31) schob sich im letzten Versuch noch vor Röhler.

          Nicht jeden Tag gelingen Höhenflüge: Mateusz Przybylko

          Sehr gut machte es Kugelstoßerin Christina Schwanitz – zumindest von der Plazierung her. Die Zweite von Berlin gewann die EM-Revanche gegen ihre polnische Konkurrentin Paulina Guba. Mit der Weite von 18,20 Metern war die junge Muttersicherlich nicht zufrieden, doch es reichte zum Sieg, da die Europameisterin Guba nur 17,92 zuwege brachte. „Der Wettkampf war vor allem mental nicht leicht nach der EM“, meinte sie. Erst am Freitagabend hatte Schwanitz einen Wettbewerb in ihrer Heimat Erzgebirge mit 18,83 für sich entschieden.

          Die Wattenscheiderin Pamela Dutkiewicz gewann unterdessen im Einlagewettbewerb über 100 Meter Hürden das deutsche Duell gegen Cindy Roleder aus Halle. In 12,84 Sekunden setzte sich die EM-Zweite mit zwölf Hundertstelsekunden Vorsprung vor der EM-Dritten durch. „Es ist immer schwierig, nach einem Saisonhöhepunkt zu laufen. Ich war ein wenig müde, dafür war das Rennen aber gut", sagte sie.

          Starke Frau: Christina Schwanitz

          Im 3000-Meter-Lauf der Frauen rannte die EM-Vierte Konstanze Klosterhalfen (Leverkusen) in 8:41,37 Minuten auf den sechsten Rang – sie wurde damit drittbeste Europäerin hinter den beiden einheimischen Läuferinnen Eilish McColgan und Melissa Courtney, die die Plätze vier und fünf belegten. Beim kenianischen Dreifach-Sieg war Agnes Jebet Tirop (8:32,21) die Schnellste. Elena Burgard aus dem Nordschwarzwald wurde Neunte mit persönlicher Bestzeit (8:45,43).

          Die Diamond League wird am 30. und 31. August mit den beiden finalen Meetings in Zürich und Brüssel abgeschlossen. Dort geht es in jeder Disziplin um 50.000 Dollar für den Gesamtsieger. Aus dem deutschen Team haben sich aus den Wettbewerben von Birmingham Malaika Mihambo, Christina Schwanitz, Przybylko sowie das Speerwurf-Quartett Hofmann, Weber, Röhler und Weltmeister Johannes Vetter qualifiziert.

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