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Bob Hanning tritt ab : Die Farbe des Handballs

  • -Aktualisiert am

Bob Hanning legt sein Amt im DHB nieder Bild: Imago

Bob Hanning trommelte acht Jahre für Verband und Nationalteam, am Ende aber zu laut. Es bleiben große Verdienste – und uneingelöste Versprechen.

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          Bob Hanning – ist das nicht der mit den bunten Pullovern? Vielleicht sind Stefan Kretzschmar, Pascal Hens und Heiner Brand der Öffentlichkeit ähnlich geläufig. Dass Hanning zu diesen Handball-Helden stößt, sagt viel. Die Frage also: Wie kann es sein, dass der bekannteste Mann einer Sportart der Verbands-Vizepräsident ist?

          Hanning hat sich diese Position durch PR in eigener Sache erarbeitet. Und betrachtet man diesen streitbaren und umstrittenen Manager nur von der Warte der Öffentlichkeitswirksamkeit, ist es ein Verlust, dass er am Sonntag sein Ehrenamt beim Deutschen Handballbund (DHB) niederlegt. Als Nachfolger steht Jörg Föste vom Bergischen HC auf der Mitgliederversammlung am Wochenende in Düsseldorf zur Wahl.

          Acht Jahre hat Hanning meinungsstark angeschoben. Durch ihn sind der Handball und die Männer-Nationalmannschaft im Gespräch geblieben, mehr noch: der langfristige Fernsehvertrag mit ARD und ZDF geht auch auf ihn zurück. Wie mächtig er beim DHB war, zeigt sich allein dadurch, dass er zwei Bundestrainer „durchsetzte“. Erst Dagur Sigurdsson, dann Christian Prokop. Der DHB ließ sich leicht um den Finger wickeln.

          Verfehlt den großen Erfolg

          Tatsächlich wäre das Urteil über die acht Hanning-Jahre heller, hätte es die vergangenen Turniere nicht gegeben und wären die Aussichten sportlich besser – sind sie nach einigen Rücktritten aber nicht. Olympia-Gold: Hinter diesem Ziel versammelte sich der Verband lange Jahre, als wenig lief. Hanning hatte es 2013 ausgegeben.

          Doch seit der EM 2016 verfehlt der DHB den großen Erfolg. Insofern steht Hanning für Versprechen, die nicht eingelöst wurden – und zuletzt allzu vollmundig wirkten. Von Gold in Tokio zu sprechen, nachdem man bei der WM in Ägypten Zwölfter geworden war, wirkte wie bloße Werbung, effektheischend. Inhaltlich spielte Hanning da schon keine große Rolle mehr beim DHB, weil „sein“ Bundestrainer Prokop nicht gezündet hatte. Medial blieb er begehrt – keiner ist versierter, pfiffiger, unterhaltsamer.

          Wo Hanning war, war Feuer. Streit mit Heiner Brand, Streit mit dem früheren DHB-Präsidenten Bernhard Bauer. Viele ließ er verletzt zurück. Keiner hat mehr Feinde. Zuletzt zählte Hanning die MT Melsungen an; dem gut betuchten Verein fehle der Leistungsgedanke, weshalb die Nationalspieler stagnierten. Das war pikant, weil Hanning als Geschäftsführer der Füchse Berlin einen Liga-Konkurrenten kritisierte. Andererseits stieß er viele Diskussionen an, weil er das Tabu brach, öffentlich bloß nichts Schlechtes über andere zu sagen.

          Es passt zu diesem ungewöhnlichen Funktionär, dass er am Wochenende des DHB-Bundestags sein Buch vorstellt: „Hanning. Macht. Handball.“ Als Füchse-Chef wird er weiter Handball machen.

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