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Handball-Pokalsieger Lemgo : „Das ist eine Riesensache für den Verein“

  • -Aktualisiert am

Unerwarteter Champion: Lemgo gewinnt den DHB-Pokal. Bild: dpa

Erst der Coup gegen Favorit Kiel, nun der Sieg über Melsungen im Finale: Zum vierten Mal in der Klubgeschichte schnappt sich der Traditionsverein TBV Lemgo die begehrte Trophäe um den DHB-Pokal.

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          Große Spiele voller Dramatik kennt Florian Kehrmann – 2007 war er Kapitän des Weltmeisters im eigenen Land. Von der Trainerbank sieht der 43-Jährige den Handball gewiss differenzierter, und vieles, was er seit 2014 als Coach des TBV Lemgo erlebt hat, war vom harten Sparkurs im Lipperland bestimmt.

          Dass sich Arbeit und Geduld auszahlen, erlebte Kehrmann nun – am Donnerstag besiegte sein Team den THW Kiel, am Freitag dann im Finale des DHB-Pokals die MT Melsungen mit 28:24. Zum vierten Mal in der Klubgeschichte schnappte sich der Traditionsverein die begehrte Trophäe. Als Belohnung dürfen die als Außenseiter angetretenen Ostwestfalen an der European League 2021/22 teilnehmen.

          „Wir haben alles reingepackt, was wir noch hatten“, sagte Kehrmann, „dass wir hier gewinnen, ist eine Riesensache für den Verein.“ 750 Lemgoer Fans unter den 2000 Zuschauern in Hamburg ließen ihr Team hochleben: Diese Endrunde war die erste Veranstaltung der Saison mit einer relevanten Zuschauerzahl; die Fans waren negativ getestet und trugen Masken.

          Melsungen, Achter der Bundesliga, hatte am Donnerstag die TSV Hannover-Burgdorf besiegt und fand bis zum 9:6 in der 19. Minute gut in die Partie. Doch bis zur Pause antwortete Lemgo, drei Ränge schlechter platziert, mit einer 9:3-Serie und führte 15:12, was auch am 20 Jahre alten Torwart Finn Zecher lag. Vorn war es der Schwede Jonathan Carlsbogard, der traf, wenn es nötig war. Beim 21:15 in der 49. Minute hatte der TBV eine Hand am Pokal, ab dem 24:18 vier Minuten später erlahmte die Melsunger Gegenwehr.

          Zecher und Carlsbogard erhielten die Auszeichnungen als bester Torwart und bester Spieler der Endrunde. Der MT, vom Etat Lemgo um Meilen voraus, fehlte es an Härte und Entschlossenheit, um den ersten Vereinstitel zu holen. So endet die nächste enttäuschende Saison in Nordhessen – daran hat die Verpflichtung von Trainer Gudmundur Gudmundsson nichts geändert.

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