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Davis-Cup-Viertelfinale : Für die Deutschen ist das Tennisjahr beendet

  • -Aktualisiert am

Jan-Lennard Struff musste sich gegen den Briten Daniel Evans trotz starker Leistung geschlagen geben. Bild: AFP

Kein Geburtstagsgeschenk für Boris Becker, der zum Anfeuern gekommen war: Die deutschen Tennis-Herren scheitern beim Davis Cup schon in den beiden Einzelpartien gegen gegen bissige und dynamische Engländer.

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          Schwer zu sagen, wie weit die Tür zum Halbfinale für die deutsche Mannschaft bei der Endrunde des neuen Davis Cups Freitagabend in Madrid offen stand. Aber wie weit es auch war, die Gegner schlugen sie mit lautem Knall ziemlich entschlossen zu. Mit Niederlagen von Philipp Kohlschreiber gegen Kyle Edmund (3:6, 5:7) und Jan-Lennard Struff gegen Dan Evans (6:7, 6:3, 6:7) stand der Sieg der Briten im Viertelfinale schon nach den beiden Einzeln fest. Die Engländer treffen nun im Halbfinale auf den Sieger der Partie Spanien gegen Argentinien, für die Deutschen ist das Tennisjahr 2019 damit zu Ende.

          Der bekannteste Mann der Briten stand nicht auf dem Platz, sondern saß mit dem Rest der Mannschaft in der ersten Reihe auf der Tribüne. Andy Murray hatte nach einem äußerst mühsamen Sieg im ersten Spiel in dieser Woche gegen einen Niederländer vom Weltranglistenplatz 179 beschlossen, er sei in viel zu schwacher Form, die anderen sollten spielen. Das klappte schon in der letzten Begegnung der Vorrunde gegen Kasachstan, und dass auf die anderen beiden Verlass war, sah man auch im Viertelfinale gegen Deutschland.

          In beiden Einzeln wirkten die Briten an diesem Abend vor rund 1500 Zuschauern dynamischer, frischer und konsequenter. Kyle Edmund setzte Philipp Kohlschreiber von Anfang an unter Druck, der sich zwar sichtlich bemühte, aber keine sichere Position fand. Bei den beiden Siegen gegen den Argentinier Guido Pella und gegen Nicolas Jarry aus Chile löste er die meisten der Aufgaben, diesmal gelang ihm das nicht, und auch ein 3:1-Vorsprung im zweiten Satz reichte nicht. Edmund hingegen, der ein eher mittelprächtiges Jahr bei den Turnieren auf der ATP-Tour hinter sich hat, blieb seiner geraden Linie bis zum Schluss treu und gewann 6:3, 7:5.

          Tränen bei den Serben

          Damit lag die Last auf Jan-Lennard Struff, doch auch der landete in einem Spiel mit zu vielen Aufs und Abs. Gegner Dan Evans, Nummer 42 der Weltrangliste und damit sieben Plätze hinter Struff plaziert, spielte wie zu seinen besten Tagen; Er wirkte bissig, riskierte viel und spielte clever und wurde in vielen Fällen belohnt. Kapitän Michael Kohlmann feuerte seinen Mann immer wieder engagiert an, auch aus dem Hintergrund von der deutschen Bank kam Unterstützung, aber Evans ließ sich einfach nicht knacken.

          Im ersten Halbfinale an diesem Samstag spielen Russen und Kanadier. Nach dem Sieg des entscheidenden Doppels Karen Katschanow und Andrej Rublew gegen Novak Djokovic und Viktor Troicki reagierten die Serben bestürzt und mit Tränen. Sie alle wollte Janko Tipsarevic, der seine Karriere nun beendet, zum Abschluss noch ein großes Finale schenken, aber dazu kommt es nicht mehr.

          Das letzte Wort hatte Tipsarevic, der sagte, ein paar der Jungs aus seinem Team hätten ihn um Entschuldigung gebeten, aber eine Entschuldigung sei nicht nötig. „Keiner von ihnen hat mich in 20 Jahren je hängen gelassen; sie sind wie Brüder für mich, und ich danke ihnen, dass sie mich auf der Reise begleitet haben.“ Genau das ist es, was in Mannschaftswettbewerben entstehen kann.

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