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Dressur-WM in Tryon : Deutschland führt zur Halbzeit

Die deutsche Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl auf Dalera beim Nationenpreis in Aachen im Juli Bild: dpa

Zum Start der Dressur-Weltmeisterschaft in Tyron haben sich die deutschen Reiter einige kleine Fehler erlaubt. Trotzdem reicht es momentan zur Führung in der Gesamtwertung. Am Donnerstag starten die großen Cracks.

          Die Favoriten aus Deutschland haben bei der Dressur-Weltmeisterschaft in Tryon zur Halbzeit des Mannschaftswettbewerbs ihr Soll erfüllt. Nach zwei von vier Paaren, die am Mittwoch beim Grand Prix am Start waren, führen sie mit 151,739 Punkten vor den amerikanischen Gastgebern mit 148,385 und Schweden mit 148,354. Den Anfang des deutschen Quartetts machten Jessica von Bredow-Werndl aus Aubenhausen mit ihrer erst elf Jahre alten Stute Dalera, die ihre allererste Grand-Prix-Saison bestreitet und ihre Aufgabe erstaunlich gelassen anging. Mit 76,677 Prozentpunkten legte sie als Beste des Tages eine gute Note vor. Und es hätte sogar noch mehr werden können, hätte die Stute bei der ersten Piaffe nicht kurz den Takt verloren. „Ich habe sofort erkannt, was ich falsch gemacht hatte“, sagte Jessica von Bredow-Werndl, die dem Pferd nicht die perfekten Signale gegeben hatte. „Ich konnte das richtig stellen und bei den nächsten beiden Gelegenheiten zeigen, wie gut sie piaffieren kann.“

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Sie sei erstaunt gewesen, wie unbeeindruckt ihr junges Pferd von der imponierenden Kulisse des Dressurstadions von Tryon gewesen sei – wobei die ausladenden Tribünen längst noch nicht voll besetzt waren. „Sie hat sich verhalten, als hätte sie das alles schon jahrelang gemacht.“ Besonders froh sei sie, sagte die Reiterin, dass in den vergangenen Jahren auf dem Anwesen ihrer Familie in Aubenhausen ständig gebaut worden sei. So konnte der Lärm der Maschinen, die den Reitkomplex nach drastischen Bauverzögerungen noch während der Weltreiterspiele fertigstellen sollen, ihr Pferd nicht aus der Ruhe bringen.  „Im Nachhinein bin ich meinem Vater dankbar“, sagte sie.

          Dorothee Schneider (Framersheim) trug mit Sammy Davis jr. als Tages-Dritte 75,062 Prozentpunkte zum deutschen Zwischen-Ergebnis bei. Sie musste in der ersten Piaffe nicht nur einen Lapsus hinnehmen wie ihre Kollegin, sondern schon einen schwereren Fehler.  „Wir haben richtig viele Punkte liegenlassen“, sagte sie, „weil wir uns einen Moment falsch verstanden haben.“ Der zwölfjährige Wallach kam deutlich aus dem Rhythmus und sie brauchte einen Moment, um die Verhältnisse wieder zu ordnen. Doch die erfahrene Berufsreiterin ließ sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen. „Wenn ich das nicht schaffen würde, dann würde ich nicht hierher gehören“, sagte sie. „Ich muss mir dann überlegen, wie ich die Sache wieder aus der Welt schaffen kann.“ Und ihr fiel die beste aller Lösungen ein: Alle folgenden Lektionen akkurat ausführen. Die beiden folgenden Piaffen gelangen, ihre Galopptour glückte fehlerfrei, und während ihrer Schlusslinie raunte sogar das beeindruckte Publikum.

          Der zweite Teil der Mannschafts-WM im Dressurreiten wird an diesem Donnerstag (Ortszeit) abgehalten. Dann starten die großen Cracks, die durchaus in der Lage sind, mit ihren Noten auch einmal die 80-Prozent-Marke zu knacken. Für Deutschland gehen Sönke Rothenberger (Bad Homburg) mit Cosmo und Isabell Werth (Rheinberg) mit Bella Rose ins Rennen. Am Freitag wird es im klassischen Grand Prix Special um die ersten Einzelmedaillen gehen, am Sonntag wird der Weltmeistertitel in der Kür vergeben.

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