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Kurioses Eishockey-Länderspiel : Deutschland A schlägt Deutschland B

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Ungewohntes Bild: Deutschland gegen Deutschland auf dem Eis Bild: dpa

Der Deutschland Cup ist eine Institution im Eishockey, doch wegen Corona ist diesmal alles anders. Mehrere Teilnehmer sagten ab, selbst der mit dem Virus infizierte Bundestrainer fehlt. So gab es zum Auftakt ein innerdeutsches Duell.

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          Nach acht Monaten Corona-Zwangspause hat sich das deutsche Eishockey mit einem Torfestival zurückgemeldet. 242 Tage nach den letzten DEL-Spielen vor dem Saisonabbruch stürmte die Nationalmannschaft beim Deutschland Cup zu einem 7:2 (4:1, 1:0, 2:1)-Sieg gegen ihr eigenes Perspektivteam und strotzte trotz leerer Ränge vor Spielfreude - auch ohne Bundestrainer Toni Söderholm, der wegen einer Corona-Infektion fehlte.

          Zum Auftakt des Heimturniers des Deutschen Eishockey-Bundes (DEL) in Krefeld erzielten der Münchner Yasin Ehliz (9.), der vom NHL-Klub Vancouver Canucks an die Adler Mannheim ausgeliehene Marc Michaelis (12.), der Straubinger Marcel Brandt (15. und 49.), der Kölner Colin Ukbekile (18.), der Berliner Marcel Noebels (33.) und der Mannheimer Markus Eisenschmid (50.) die Tore für die A-Mannschaft. Der Berliner Nino Kinder (3.) hatte das „Top Team Peking“ um das Ausnahmetalent Lukas Reichel, das beim NHL-Draft in der ersten Runde von den Chicago Blackhawks gezogen worden war, in Führung gebracht. Auf Vorlage von Reichel erzielte Haakon Hänelt (58.) den zweiten Treffer der Youngster.

          Am Samstag (16.45 Uhr/Sport1 und MagentaSport) trifft die DEB-Auswahl auf Lettland, den einzigen internationalen Gegner. Die ursprünglichen Kontrahenten Russland, Schweiz und Slowakei hatten wegen der Pandemie ebenso abgesagt wie der Ersatzkandidat Norwegen. Bereits am Freitag (17.00/MagentaSport) spielt das Perspektivteam gegen die Balten.

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          „Es ist etwas ganz Besonderes für unseren Sport, dass wir endlich wieder auf dem Eis stehen, dass wir präsent sind“, sagte DEB-Präsident Franz Reindl bei MagentaSport: „Es macht Spaß zuzuschauen.“ Mit völlig unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen gingen die Nationalspieler aufs Eis. Viele hatten seit dem letzten DEL-Spieltag am 8. März keine Partie mehr bestritten, andere wie Silbermedaillengewinner Yannic Seidenberg mit Red Bull

          München sind dagegen schon seit mehreren Wochen in Testspielen gefordert. „Man sollte nicht zu lange auf dem Eis bleiben, damit die Beine nicht gleich explodieren“, riet der Verteidiger seinen Kollegen. Die lange Pause war Kapitän Moritz Müller und Co. zunächst anzumerken, die Talente kamen schneller in den Rhythmus. Beim ersten Powerplay glänzte die DEB-Auswahl aber sofort: Nach gelungener Kombination traf Ehliz zum Ausgleich. Auch die weiteren Tore waren Produkte sehenswerten Zusammenspiels.

          Söderholm ist während des Deutschland Cups ständig mit dem Trainerstab in Kontakt. „Wir sind in total engem Austausch und telefonieren permanent, er kann das Training sehen“, berichtete sein Stellvertreter Steffen Ziesche, sonst U18-Trainer.

          Das Turnier läutet die Rückkehr des deutschen Profi-Eishockeys ein. Die zweite Liga mit einigen Leihspielern wie Nationalmannschaftskapitän Moritz Müller startet am Freitag in ihre Saison, ehe ab Mittwoch acht der 14 DEL-Klubs um den MagentaSport Cup spielen, der als Testlauf gilt. Am 19. November entscheiden die Erstligisten, ob sie ihre schon zweimal verschobene Spielzeit am 18. Dezember beginnen. Nach SID-Informationen müssen mindestens zehn Klubs ihre Teilnahme zusagen.

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