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Deutschland-Achter enttäuscht : „Kaum kommt der Wettkampf, ist plötzlich alles weg“

  • Aktualisiert am

Abgehängt: der Deutschland-Achter, hier im August bei den European Championships Bild: picture alliance/dpa

Im Vorlauf der Ruder-WM fährt der Deutschland-Achter den Favoriten hinterher. Eine Medaille scheint außer Reichweite – sogar ums Finale muss das deutsche Paradeboot bangen.

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          Verpatzter Start der Ruder-WM statt erhoffter Trendwende – der Deutschland-Achter hat den Kontakt zur Weltspitze vorerst verloren. Das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) musste im Vorlauf der Titelkämpfe in Tschechien eine unerwartet deutliche Niederlage hinnehmen und verpasste als Vierter den direkten Finaleinzug.

          Fünf Wochen nach dem enttäuschenden vierten Rang bei der Heim-EM in München scheint der Abstand zu den Topteams sogar noch angewachsen zu sein. Trainer Uwe Bender machte aus seinem Frust keinen Hehl: „Das hatte nichts mit dem zu tun, was die Jungs im Training zeigen. Kaum kommt der Wettkampf, ist plötzlich alles weg.“

          Fast 13 Sekunden Rückstand

          Der große Rückstand auf Sieger Kanada von fast 13 Sekunden macht wenig Mut für den Hoffnungslauf am Freitag. Weil auch die weiteren Konkurrenten aus den Niederlanden und aus Australien um Bootslängen vor dem DRV-Team ins Ziel kamen, droht in Racice ein WM-Endlauf ohne den einstigen Medaillengaranten.

          Nur bis zur 1000-Meter-Marke hielt der Olympia-Zweite von Tokio mit, baute aber auf der zweiten Streckenhälfte kontinuierlich ab. „Als sie gemerkt haben, dass es gleich drei Gegner gab, kam kaum noch Gegenwehr“, klagte Bender, der seine Schützlinge nach zuletzt guten Trainingsleistungen eigentlich im Aufwind wähnte.

          Der schwache Auftritt des Achters vergrößert die DRV-Sorge um eine ähnlich bescheidene Ausbeute wie bei der Heim-EM vor gut fünf Wochen mit nur einmal Bronze in den 14 olympischen Klassen. Dass der Vierer ohne Steuermann, der Frauen-Doppelvierer und der leichte Frauen-Doppelzweier am Dienstag im Soll blieben und mit jeweils zweiten Hoffnungslauf-Plätzen in das Halbfinale einzogen, spendete nur bedingt Trost.

          Gradmesser für Zeidler

          Einer der wenigen verbliebenen Medaillenaspiranten ist Oliver Zeidler. Drei Tage nach seinem souveränen Vorlaufsieg wird das Viertelfinale am Mittwoch (10.00 Uhr) für den Weltmeister von 2019 zu einem ersten WM-Gradmesser. Das Duell mit Europameister Melvin Twellaar aus den Niederlanden könnte erste Aufschlüsse darüber geben, ob sich das harte Training von Zeidler nach seinem ärgerlichen vierten Platz in München ausgezahlt hat.

          Am dritten Tag der WM-Regatta musste die ohnehin dezimierte DRV-Flotte einen weiteren Ausfall verkraften. Eine Rückenverletzung hinderte Marie-Louise Dräger aus Schwerin aus dem leichten Einer am Hoffnungslauf-Start.

          Damit endete die Karriere der 41-Jährigen vor dem avisierten Finale. „Ich hatte mir das alles anders vorgestellt. Aber mein Körper hat mir gezeigt, dass es Zeit ist aufzuhören“, sagte die fünfmalige Weltmeisterin in verschiedenen Leichtgewichtsklassen.

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