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Deutsches Davis-Cup-Team : Klappt es auch ohne Tennis-Star Zverev?

Nicht beim Davis Cup: Alexander Zverev Bild: dpa

Anführer Jan-Lennard Struff soll es richten: Beim Davis Cup will Deutschland an frühere Erfolge anknüpfen. Doch der Spitzenspieler des Teams hat derzeit andere Dinge zu tun.

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          Auch Alexander Zverev hat in dieser Woche ein offizielles Tennismatch gespielt. Nicht beim Davis Cup, nicht für Deutschland und nicht in Düsseldorf allerdings, sondern gut 9000 Kilometer Luftlinie entfernt im kalifornischen Ort Indian Wells. Bei einem Challenger-Turnier trat der deutsche Spitzenspieler am Donnerstag im Doppel mit seinem Bruder Mischa an. Ein kleiner Zeitvertreib vor dem ungleich bedeutsameren Masters-Turnier, das in der kommenden Woche an gleicher Stelle beginnt. Das Match ging verloren. Zverev wird es verschmerzen können.

          Deutlich mehr steht von diesem Freitag an für seine Teamkollegen von der deutschen Davis-Cup-Mannschaft auf dem Spiel. In dem Play-off-Spiel gegen Weißrussland (16.00 Uhr) geht es für die Auswahl des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) um die Qualifikation für das Finalturnier Ende November in Madrid. „Wir wollen da wieder hin“, sagt Kapitän Michael Kohlmann, der trotz aller berechtigten Kritik an Modus und Organisation der Wettkampfwoche die Faszination des Davis Cup noch immer spürte.

          Im Vorjahr hatte die deutsche Mannschaft das Event durch ein müheloses 5:0 gegen Ungarn erreicht. Zverev steuerte damals in Frankfurt zwei Punkte zum Sieg bei. Er schwärmte von der Atmosphäre solcher Heimspiele nach dem etablierten Format des Nationenwettbewerbs. Und schimpfte leidenschaftlich über das neugeschaffene Finale, das er dann auch boykottierte. Ohne die Nummer eins schied Deutschland letztlich im Viertelfinale gegen Großbritannien aus.

          Der Anführer im Gespräch mit dem „Head of Men’s Tennis“: Jan-Lennard Struff (links) und Boris Becker im Düsseldorf

          In diesem Jahr verzichtet Zverev auch auf das Heimatgefühl in Düsseldorf. Nachdem er bei den Australian Open im Januar erstmals in ein Grand-Slam-Halbfinale vorgestoßen war, geht die Einzelkarriere vor. Man habe sich auf diese Absage frühzeitig vorbereiten können, betont Kohlmann. „Ich sehe uns trotzdem als Favorit.“ Boris Becker, der in seiner Funktion als „Head of Men’s Tennis“ im DTB ebenfalls zum Team gehört, ergänzt: „Wir haben nicht den einen Superstar. Wir müssen gucken, dass wir über die mannschaftliche Geschlossenheit die Siege holen.“

          In Abwesenheit Zverevs rückt Jan-Lennard Struff in die Rolle des Anführers. Er hat im vergangenen Jahr einen beachtlichen Sprung gemacht, ist derzeit als Nummer 34 in der Weltrangliste zweitbester Deutscher. „Ich weiß gar nicht genau, wann diese Entwicklung eingesetzt hat“, sagt Struff. „Für mich war es einfach ein Prozess, und der hat auch ein bisschen gedauert bei mir.“ Daneben sind für Deutschland Routinier Philipp Kohlschreiber, der frühere College-Spieler Dominik Koepfer und die French-Open-Sieger im Doppel, Kevin Krawietz und Andreas Mies, dabei.

          Gegen die Weißrussen sind sie damit trotz Zverevs Absage in der Favoritenrolle. „Wir sollten uns nicht von den Ranglistenpositionen blenden lassen. Das sind richtig unangenehme Gegner“, warnt Kohlmann dennoch und verspricht: „Leicht werden wir hier sicher keinen nehmen.“ Am Freitag eröffnen Struff gegen Ilja Iwaschka und Kohlschreiber gegen Igor Gerasimow das Spiel. Am Samstag fällt im Doppel und gegebenenfalls zwei weiteren Einzeln die Entscheidung.

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