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Deutscher Schwimm-Verband : Ohne Bundestrainer zu Olympia

  • Aktualisiert am

Entmachtet: Dirk Lange Bild: dapd

DSV besetzt Posten des scheidenden Dirk Lange erst nach den Spielen in London neu. Bis dahin steht der Fahrplan ohnehin - kommt dann ein Boss, der auch etwas zu sagen hat?

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          Fest steht eigentlich nur eins: Die Zeit von Bundestrainer Dirk Lange beim Deutschen Schwimm-Verband ist abgelaufen. Seit Wochen schon befinden sich Verband und Bundestrainer in Gesprächen über die finanziellen Details der vorzeitigen Trennung. Wer in Zukunft Langes Posten übernehmen wird, ist aber noch offen.

          Bis zum Vierjahres-Höhepunkt der Schwimmer, Olympia 2012 in London, wird zunächst ein Kollektiv Wohl und Wehe der deutschen Schwimmer bestimmen - die Position des Bundestrainers wird laut Leistungssportdirektor Lutz Buschkow bis London unbesetzt bleiben.

          „Das werden wir unter uns Stützpunkttrainern aufteilen müssen. Lutz wird dazu einen Vorschlag machen, und wir werden darüber diskutieren“, sagt Frank Embacher, der Heimtrainer von Weltrekordhalter Paul Biedermann, der zugleich Stützpunkttrainer in Halle/Saale ist.

          Der Fahrplan nach London steht ohnehin

          Bis London steht der Fahrplan der Schwimmer ohnehin fest, und die tägliche Trainingsarbeit läuft von jeher über die Heimtrainer, wobei oft genug jeder seinen eigenen Weg geht.

          Lange hätte dies nur über die Weisungsbefugnis eines Cheftrainers ändern können, die Beförderung auf diesen Posten aber wurde ihm verweigert - nicht zuletzt wegen des schwierigen persönlichen Verhältnisses der beiden meinungsstarken Führungsfiguren Buschkow und Lange.

          Nach den Spielen in London favorisieren die wichtigsten Trainer und auch der starke Mann Buschkow wieder einen Cheftrainer. Ein Bundestrainer mit zu wenigen Kompetenzen wie der scheidende Lange ist für die Stützpunkt-Coaches überflüssig, gewünscht wird ein Boss, der auch etwas zu sagen hat.

          Neutrale Besetzung aus dem Ausland?

          „Wir sollten dringend einen Cheftrainer finden, der nach Olympia führt“, sagt Henning Lambertz aus Essen. Der Stützpunkttrainer hat sein Interesse an dieser Aufgabe schon signalisiert. „Wenn man da auf mich zukommt, würde ich nicht Nein sagen. Aber ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass sie versuchen, jemanden aus dem Ausland zu holen, um eine neutrale Person zu haben“, sagte der 40 Jahre alte Lambertz bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal am Wochenende.

          Sportlich standen die Titelkämpfe in Wuppertal weitgehend im Schatten der Olympia-Vorbereitung. Am Samstag ließen vor allem die 17 Jahre alte Silke Lippok und der 18 Jahre alte Christian Diener mit starken Zeiten aufhorchen. Silke Lippok siegte über 200 Meter Freistil in 1:55,04 Minuten, der Junioren-Weltmeister Diener über 200 Meter Rücken in 1:51,99 Minuten.

          Am Sonntag waren die Stars Britta Steffen und Paul Biedermann nicht zu schlagen. Die Berlinerin gewann in 24,16 Sekunden über 50 Meter Freistil, ihr Freund war - wie über die 200 Meter - auch über 400 Meter Freistil am schnellsten (3:42,57 Minuten). Am Freitagabend war Britta Steffen schon in 52,00 Sekunden die schnellste Zeit über 100 Meter Freistil in diesem Jahr geschwommen.

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