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Deutscher Schwimm-Verband : Michael Groß ist nicht die Lösung

Wird nicht Leistungssportdirektor: Der ehemalige Schwimmer Michael Groß. Bild: dpa

Der Olympiasieger wird nicht Leistungssportdirektor. Der DSV bevorzugt offenbar eine interne Lösung. Favorit scheint ein Weggefährte von Verbands-Präsident Troll zu sein.

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          Michael Groß wird nicht Leistungssportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV). Das sagte der dreimalige Olympiasieger FAZ.NET am Donnerstagvormittag. DSV-Präsident Marco Troll habe ihm in einem Telefonat mitgeteilt, dass der Verband „keine Zusammenarbeit anstrebt, weil eine interne Lösung bevorzugt wird“.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Hintergrund der Suche ist die Entlassung des bisherigen Leistungssportdirektors Thomas Kurschilgen, der im Februar zunächst freigestellt worden war. Im März hatte der DSV den früheren Wasserball-Nationalspieler Dirk Klingenberg als Nachfolger präsentiert. Klingenberg trat die Aufgabe nicht an, nach dem öffentlich wurde, dass eine Wasserball-Senioren-Auswahl, in der Klingenberg spielte, von einem Berliner Großbordell gesponsert wurde.

          Für Groß als Interimslösung hatten sich mehrfach mehrere Bundestrainer ausgesprochen. Zuletzt hatten sie am Dienstag gemeinsam mit weiteren prominenten aktiven und früheren Schwimmern in einem Offenen Brief gefragt, warum der DSV-Vorstand „die Personalie Michael Groß trotz mehrfacher Terminanfragen aus dem Trainer*innen- und Athlet*innenkreis - nicht konstruktiv und zügig mit dem hauptamtlichen Führungspersonal“ besprochen habe. Der Brief war unter anderem von Athletensprecherin Sarah Köhler, Paul Biedermann, Britta Steffen und Franziska van Almsick sowie den Bundestrainern Bernd Berkhahn und Hannes Vitense unterzeichnet.

          Möglicher Kandidat für eine interne Lösung scheint der Präsident des Bayerischen Schwimmverbands zu sein. Harald Walter ist gemeinsam mit Troll Ende November 2020 im DSV aufgestiegen, er ist Vizepräsident des DSV. Angesichts des zeitlichen Zusammenhangs der Entlassung Kurschilgens mit den Vorwürfen gegen den Würzburger Coach Stefan Lurz dürfte ein Plan, den Präsidenten des Bayerischen Schwimm-Verbands als Leistungssportdirektor zu installieren, zu weiteren Diskussionen im DSV führen. Kurschilgen wehrt sich rechtlich gegen seine Entlassung.

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