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Deutsche Volleyball-Frauen : Viel Respekt erspielt

Am Ende leere Gesichter: Camilla Weitzel (l), Louisa Lippmann und Jana Poll im Angesicht des Ausscheidens Bild: dpa

Zwar scheitern die deutschen Volleyball-Frauen im EM-Viertelfinale an Polen – doch die Auftritte des jungen Teams machen Mut. Vor allem für die Olympia-Qualifikation.

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          Am Ende flossen Tränen, doch unter die Trauer mischte sich auch Stolz. Die deutschen Volleyball-Frauen hatten das Viertelfinale bei der Europameisterschaft in Lodz am späten Dienstagabend nach fünf wechselhaften Sätzen 2:3 (25:21, 16:25, 19:25, 25:17, 11:15) gegen das von 10 000 fanatischen Zuschauern unterstützte Team des Gastgebers Polen verloren und somit den Einzug ins Halbfinale verpasst. „Das braucht ein paar Tage, um es sacken zu lassen“, sagte Außenangreiferin Jennifer Geerties. Doch auch ohne Medaillengewinn konnten die Deutschen nach sechs Siegen und nur dieser einen Niederlage zufrieden mit ihrer EM-Bilanz sein – und vor allem zuversichtlich nach vorne schauen.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Denn der nächste Saisonhöhepunkt lässt nicht lange auf sich warten, und das Ziel ist ambitioniert: die Olympiaqualifikation im Januar, die voraussichtlich in der Türkei ausgetragen wird. Auch dieses Turnier kann als eine Art EM bezeichnet werden, allerdings unter verschärften Bedingungen. Acht Topteams spielen einen einzigen Platz für Tokio 2020 aus. Eine Quote, die nach Ansicht von Bundestrainer Felix Koslowski nicht den aktuellen Leistungsstand des internationalen Volleyballs widerspiegelt. „Von den zwölf besten Nationen weltweit kommen derzeit acht aus Europa“, rechnete Koslowski im Gespräch mit dieser Zeitung vor, „und dennoch hat Europa nur einen Quotenplatz sicher.“ Bei sechs internationalen Turnieren Anfang August sicherten sich immerhin Weltmeister Serbien, der WM-Zweite Italien und Rekord-Olympiasieger Russland als europäische Vertreter Startplätze bei Olympia. Doch die beiden EM-Halbfinalteilnehmer Polen und Türkei streben im Januar ebenso ihrer letzte Chance entgegen wie die Topteams aus den Niederlanden, Bulgarien und eben Deutschland.

          Team mit Potential: Sechs Siege in sieben Spielen bei der EM machen Mut für die Olympia-Qualifikation
          Team mit Potential: Sechs Siege in sieben Spielen bei der EM machen Mut für die Olympia-Qualifikation : Bild: dpa

          Koslowski ist nach der aktuellen Performance seines Teams aber nicht bange. „Die Mannschaft hat ein Riesenpotential“, hatte er sein im Schnitt nur 23,7 Jahre junges Team schon vor der EM gelobt. Danach klang er noch begeisterter: „Man muss richtig stolz auf diese Mannschaft sein, darauf, was sie geleistet hat und wie sie Volleyball-Deutschland repräsentiert hat.“ Neben den Spitzenkräften wie Hauptangreiferin Louisa Lippmann oder Jennifer Geerties machten vor allem die „Rollenspielerinnen“ aus der zweiten Reihe Mut für die Zukunft, wie die erst 19 Jahre alte Universalspielern Lina Alsmeier, die gleichaltrige Mittelblockerin Camilla Weitzel oder die nur drei Jahre ältere Diagonalangreiferin Kimberly Drewniok. „Es war eine Freude, euch zuzusehen“, lobte Verbands-Präsident René Hecht die Spielerinnen: „Macht weiter so.“

          In der überschäumenden und nicht unbedingt fairen Atmosphäre in Lodz wussten sich die jungen Deutschen bei allem Potential aber nicht immer zu helfen. Sie waren den körperlich robusten Gastgeberinnen um die wild tätowierte Star-Angreiferin Malwina Smarzek-Godek im Block unterlegen und verspielten durch allzu viele fehlerhafte Annahmen ihre Sieg-Chancen. In Angriff und Aufschlag agierten sie bisweilen zu zaghaft. „Seid mutig“, forderte Koslowski seine Spielerinnen während der Schwächephasen im zweiten und dritten Satz mit heiserer Stimme mehrfach auf. Das Comeback im vierten gab Hoffnung, die im Tiebreak allerdings nicht eingelöst wurde. Schon am frühen Morgen flogen die geknickten Spielerinnen zurück nach Hause. „Eine Olympia-Qualifikation ist auf jeden Fall realistischer als vor der EM“, bilanzierte Koslowski dennoch zuversichtlich. Nicht zuletzt, weil sein junges Team sich den Respekt der anderen Nationen erspielt hat.

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