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Coup bei Volleyball-WM : „Das passiert dir einmal in 100 Spielen“

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Eine verschworene Einheit: Die deutschen Volleyballerinnen besiegen Brasilien. Bild: AP

Die deutschen Volleyball-Frauen sorgen bei der WM in Japan für eine große Überraschung und besiegen Brasilien nach einer dramatischen Aufholjagd. Der Bundestrainer kann es kaum fassen.

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          Felix Koslowski konnte es immer noch kaum fassen. „Das passiert dir einmal in 100 Spielen, 99 Mal geht es schief“, sagte der Bundestrainer der deutschen Volleyballerinnen nach dem grandiosen Comeback seiner Mannschaft beim 3:2 (14:25, 19:25, 32:30, 25:19, 17:15) gegen Mitfavorit Brasilien. „Das war heute unser Tag, wir haben 0:2 und 17:21 zurückgelegen, dann haben wir Kampfgeist gezeigt, es war ein riesiger Sieg für uns“, so Koslowski. Schon am Montag (3.40 Uhr) wartet in Europameister Serbien ein weiterer dicker Brocken, dann folgen Puerto Rico (Mittwoch, 9.10 Uhr) und zum Abschluss die Dominikanische Republik (Donnerstag, 6.25 Uhr). In der Zwischenrunde kämpfen die 16 verbliebenen Mannschaften in zwei Achtergruppen um die Plätze in der Top-6-Runde. Dann werden in zwei Dreiergruppen die Halbfinal-Teilnehmer ermittelt.

          In Nagoya hatte zum Auftakt der zweiten Gruppenphase zunächst nichts auf eine Überraschung hingedeutet. Gegen den Weltranglistenvierten fehlte der Rhythmus, das Koslowski-Team fand nicht ins Spiel und verlor den ersten Satz deutlich. Doch dann fasste sich die Mannschaft um Diagonalangreiferin Louisa Lippmann ein Herz. Koslowski änderte durch taktische Wechsel die Dynamik, das Team entschied den dritten Durchgang für sich. „Wir haben eine Riesengeschlossenheit, die Leute sind bereit, wenn wir sie brauchen. Das war eine super Teamleistung“, sagte Koslowski, dessen Schützlinge sich nach dem 1:2 in einen wahren Rausch spielten. Nach 2:28 Stunden verwandelte Lippmann den zweiten Matchball zum ersten Sieg einer deutschen Frauenmannschaft gegen Brasilien bei einem großen internationalen Turnier.

          Schon in der Vorrunde hatte das deutsche Team unter Beweis gestellt, dass es genau auf dem Punkt in Topform ist, auch wenn die Spiele gegen Hochkaräter wie die Niederlande und Gastgeber Japan noch verloren gingen. Der Triumph über die Südamerikanerinnen gibt der jungen Auswahl nun noch einen weiteren Schub. Viel hängt dabei von Starangreiferin Louisa Lippmann ab, die mit 36 Punkten wieder Topscorerin ihres Teams war. Insgesamt hat die 24-Jährige, die nach der WM nach Italien zu Bisonte Florenz wechselt, schon 129 Zähler beigesteuert. Auch ihre Aufschläge sind gefürchtet, 15 Asse hat die gebürtige Herforderin bereits geschlagen.

          Dabei wird das Ausnahmetalent bestens vom Rest der Mannschaft unterstützt. Spielführerin Maren Fromm steuerte 20, Jennifer Geerties 16 Punkte gegen Brasilien bei. Und auch in der Annahme, bislang die Schwachstelle im deutschen Spiel, zeigte das Team gegen die Südamerikanerinnen nach einem verpatzten ersten Satz eine gute Leistung. Damit gelang der DVV-Auswahl bereits ein wichtiger Schritt, um die WM in den Top 10 zu beenden. Sollte das Team die Spiele gegen Puerto Rico und die Dominikanische Republik gewinnen, ist die Zielvorgabe durchaus zu erfüllen. Nach sechs Spielen hat Deutschland mit vier Siegen und zwei Niederlagen elf Punkte auf dem Konto und liegt in der Gruppe E derzeit auf dem fünften Platz.

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