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Fed-Cup-Finale : „Nur mit Teamgeist haben wir überhaupt eine Chance“

  • Aktualisiert am

Am Wochenende in Prag soll es für die deutschen Tennisfrauen wieder etwas zu feiern geben Bild: AFP

Am Wochenende spielen die deutschen Tennisfrauen in Tschechien um den Fed-Cup-Titel. Teamchefin Barbara Rittner spricht im F.A.Z.-Interview zuvor über die „Hölle“ von Prag, ihre Nominierungen und ein schlechtes Omen.

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          Werden Sie aus Andrea Petkovic schlau? Ein tränenreicher Nervenzusammenbruch nach dem Erstrundenaus in Luxemburg, und nun der Turniersieg in Sofia.

          Ich konnte das damals schon nachvollziehen, und wir haben darüber gesprochen. Andrea ist ein sehr emotionaler Mensch, und da ist in diesem Moment eben viel zusammengekommen. Eine gewisse Art von Erschöpfung und Müdigkeit, dazu Enttäuschung. Da ist es mal aus ihr herausgebrochen in einem blöden Moment - es war nämlich eine Kamera dabei, und da hat das viel zu viel Aufmerksamkeit bekommen. Es ist weder in der Familie oder privat etwas Schlimmes passiert, noch hat sie gesundheitliche Probleme. Das sieht man ja jetzt: Der Knopf ist aufgegangen, und sie hat in Sofia wieder ihr bestes Tennis gespielt.

          Die anderen Spielerinnen kommen ausgeruht nach Prag, Andrea Petkovic dagegen direkt vom Turniersieg in Sofia. Stört das die Vorbereitung?

          Nein, das ist das Beste, was uns passieren konnte. Natürlich ist das körperlich und mental anstrengend gewesen für sie, aber ich kann ihr im Training ja genügend Zeit zur Regeneration geben. Die positiven Aspekte überwiegen bei weitem, sie wird mit ganz viel Selbstvertrauen nach Prag kommen. Und eine gelöste, zufriedene und glückliche Petko ist extrem wichtig für unser Team.

          Hatten Sie sich Sorgen über die Form Ihrer Spielerinnen gemacht?

          Überhaupt nicht. Bei Angelique Kerber hätte es auch gar keinen Grund gegeben, so etwas zu denken. Sie hat das Jahr wieder in den Top Ten der Weltrangliste abgeschlossen. Sie hat gut trainiert und jetzt ein wenig Pause gemacht - das passt also. Ich hätte aber bei keiner meiner Spielerinnen Angst gehabt, dass sie innerhalb dieser nicht zu ihrer Form findet.

          FRAGE: Trotzdem bleibt es fast unbemerkt, dass Angelique Kerber zu den zehn besten Tennisspielerinnen der Welt gehört.

          Ich habe mir, was ich normalerweise nicht mache, sehr viele Statistiken angesehen - auch, um mir mein Gefühl zu bestätigen. Angelique hat in diesem Jahr 14 Spielerinnen aus den Top 50 geschlagen, acht aus den Top 20 - das ist mit Abstand die beste Bilanz einer deutschen Spielerin. Sie hat vier Endspiele erreicht, aber leider alle verloren, das trübt die öffentliche Wahrnehmung. Wenn sie davon zwei gewinnt, steht sie auch nicht auf Platz zehn in der Weltrangliste, sondern auf sieben und hätte beim Masters gespielt. Das ist also definitiv ein gutes Jahr. Und im Fed Cup hat Angelique in diesem Jahr ihre vier Einzel alle gewonnen.

          Die Tschechinnen haben mit der Weltranglistenvierten Petra Kvitova eine klare Anführerin - aber wen erwarten Sie als zweite Einzelspielerin?

          Ich rechne generell eher mit Lucie Safarova, weil sie den riesigen Vorteil hat, dass sie schon im Einzel gespielt hat, als die Tschechinnen das Finale gewonnen haben. Aber natürlich haben die Tschechen mit Karolina Pliskova zu Recht eine junge aufstrebende Spielerin ins Team geholt, die vor allem auf schnellen Belägen gute Ergebnisse geholt hat.

          Ein Einsatz von Lucie Safarova wäre doch ein kleiner Vorteil für das deutsche Team: Sie hat gegen alle drei in Frage kommenden deutschen Einzelspielerinnen eine negative Bilanz.

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