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Heim-WM in Stuttgart : Die Schmerzensmänner des deutschen Turnens

Hier noch fit: Marcel Nguyen wird Anfang August zum neunten Mal deutscher Meister am Barren. Bild: Getty

Der Turnsport ist eine hohe Belastung für den Körper. Das deutsche Team der Herren geht angeschlagen in die Heim-WM. Die Zahl der Verletzungen ist hoch. Und nicht alle schaffen es rechtzeitig.

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          Die Kernbotschaft des Turnens steht auf Marcel Nguyen gewissermaßen drauf. Quer über seine muskulöse Brust tätowiert: „Schmerz ist vorübergehend, Stolz ist für immer.“ Er ist 32 Jahre alt. In seinen Muskeln, Sehnen und Knochen stecken jahrzehntelanges Training und unzählige Wettkämpfe. Und in seinem Kopf sitzt die Überzeugung, dass dem Körper nichts anderes übrig bleibt als mitzuspielen, wenn der Wille stark genug ist.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Die Art Schmerz, die ihn vor einigen Tagen ergriff, ist allerdings anders als all die Hilfeschreie seiner Gelenke, die er ein Leben lang versucht hat zu ignorieren. Diesmal heißt es: Nichts geht mehr. Und deshalb tut die Seele weh. Nguyen, zweifacher Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele von London 2012, muss widerwillig seinen Verzicht erklären auf seinen Start bei den Turn-Weltmeisterschaften, die an diesem Freitag in Stuttgart beginnen, weil seine überstrapazierte Schulter sich nicht mehr zum Schweigen bringen lässt. Für Nguyen ist das nichts anderes als eine Kapitulation. Er wollte so unbedingt starten bei seiner zweiten Heim-WM. Es wäre seine zehnte insgesamt gewesen.

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