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Deutsche in der NBA : Nowitzkis Erben

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Nur eine schöne Erinnerung? Tim Ohlbrecht (l.) wird Dirk Nowitzki nach der Vertragsauflösung bei den 76ers vermutlich nicht mehr auf dem NBA-Feld gegenüberstehen Bild: dpa

Drei junge deutsche Basketballer wollen es in der NBA packen. Für Tim Ohlbrecht läuft es nach einer neuerlichen Vertragsauflösung auf eine Rückkehr nach Europa hinaus. Die besten Chancen hat derweil Dennis Schröder. Sogar Skeptiker finden seinen Aufstieg „fast unheimlich“.

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          Es ist nicht ganz einfach, sich in der besten Basketball-Liga der Welt einen Namen zu machen, wenn man mit einem Umlaut antritt. Selbst dann, wenn man für einen Klub spielt, der einem ein Trikot mit der korrekten Schreibweise bedruckt. Denn amerikanische Journalisten ignorieren gewohnheitsmäßig die Feinheiten fremder Sprachen und sorgen auf diese Weise dafür, dass alle Varianten kursieren: Schröder, Schroder und - am häufigsten - Schroeder.

          Natürlich meinen sie alle denselben: Dennis Schröder, jenes 20-jährige Ausnahmetalent aus Braunschweig, das im Laufe der vergangenen Monate zu einer vielversprechenden sportlichen Karriere in den Vereinigten Staaten aufgebrochen ist. Sie meinen den Spielmacher, der bei dem traditionellen Schaulaufen im Frühjahr, dem Nike Hoop Summit in Portland, zum ersten Mal die Scouts beeindruckte. Der im Juni von den Atlanta Hawks gedraftet wurde und kurz darauf einen Vertrag über knapp 1,4 Millionen Dollar brutto im Jahr unterschrieb. Der in der Summer League, dem alljährlichen Nachwuchs-Turnier der National Basketball Association (NBA), mit seinen Würfen und seinem Passspiel die Fachleute neugierig machte. Und der im Trainingslager Skeptiker wie seinen sehr viel älteren Mannschaftskameraden Elton Brand überzeugte.

          Brand, der schon für die Chicago Bulls, die Los Angeles Clippers, die Philadelphia 76ers und die Dallas Mavericks gespielt hat, fand anfänglich den Vergleich zwischen Schröder und dem quirligen Rajon Rondo von den Boston Celtics, einem der besten Aufbauspieler, ziemlich verwegen. Aber nach nur zwei Wochen gemeinsamen Trainings gab er zu: „Ich lag falsch. Ich kann eindeutig sehen, wie das entstanden ist. Es ist schon unheimlich.“

          Noch kein Vergleich mit Nowitzki

          Und damit meint Brand vor allem die Pässe, die ihm Schröder im Spiel sicher serviert. Wenigstens ist noch niemand auf die Idee gekommen, ihn mit Dirk Nowitzki zu vergleichen, dem bislang erfolgreichsten Basketball-Export aus Deutschland, der in Dallas in diesem Jahr in seine sechzehnte Saison geht. Was nicht nur am Größenunterschied - Nowitzki ist 2,13 Meter lang, Schröder misst 1,85 Meter - liegen dürfte und auch nicht an der Hautfarbe. Dennis Schröder, Sohn einer gambischen Mutter, der im Skateboard- und Streetball-Milieu seiner Heimatstadt Braunschweig aufgewachsen ist, bringt ein ganz anderes Spielverständnis mit. Und damit verbunden auch sehr viel mehr Selbstbewusstsein als der schlaksige Würzburger, der in seinem ersten Jahr in der NBA ziemlich verloren wirkte - auf dem Platz und auch außerhalb.

          Auf dem Weg nach oben: Dennis Schröder bei den Atlanta Hawks

          Dennis Schröder hat sein Mittel gegen den Blues der ersten Monate schon gefunden: Er brachte eine ganze Entourage nach Atlanta mit. Zu der gehören seine Schwester, sein Bruder, eine Nichte und ein guter Freund. Eine Konstellation, die er mit einer Tätowierung unterstrich: „Family Over Everything“, die Familie ist wichtiger als alles andere. Obwohl - eine Parallele zwischen Nowitzki und Schröder gibt es. „Er kann wirklich schießen“, sagte Brand neulich: „Besser, als ich das von einem Rookie erwarten würde.“

          Seine besondere Qualität zeigt sich in sogenannten Catch-and-shoot-Situationen, in denen ein Spieler den Ball bekommt und sofort auf den Korb zielt. Was Basketballreporter Jacob Eisenberg, der die Hawks begleitet, zur optimistischen Prognose verleitet: „Schröder wird einschlagen.“

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