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Weltmeisterschaft in Japan : Deutsche Handball-Frauen verpassen Gruppensieg

  • -Aktualisiert am

Gruppensieg verpasst: Trainer Henk Groener (Mitte) von Deutschland spricht zu seinen Spielerinnen. Bild: dpa

Die deutschen Handballerinnen erleben im WM-Gruppenfinale gegen Südkorea eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Erst klar vorn, dann klar hinten, am Ende gleichauf. Bundestrainer Groener ist nur bedingt zufrieden.

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          Was beim Schlusspfiff schal schmeckte, wurde zwei Stunden schon wieder ein bisschen köstlicher: Dank freundlicher Unterstützung aus Dänemark gehen die deutschen Handballspielerinnen mit der fast optimalen Ausbeute von drei Punkten in die Hauptrunde der Weltmeisterschaft in Japan. Dort geht es am Sonntag gegen die Niederlande weiter, ehe am Montag und Mittwoch Serbien und Norwegen warten. Platz sieben und die Teilnahme an einem Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 bleiben in Reichweite.

          Doch vor den guten Nachrichten, die Dänemark mit dem Sieg gegen den nun ausgeschiedenen Titelverteidiger Frankreich lieferte, stand eine emotionale Achterbahnfahrt. Das mit seinen grauen Haaren muss man nicht überstrapazieren, und Henk Groener mag den Themenkomplex „nervenschwache Handballerinnen“ auch nicht besonders.

          Doch am Freitag in Kumamoto war es wieder mal soweit – Momente zum graue-Haare-bekommen am laufenden Band. Was da aus deutscher Hand am südkoreanischen Tor vorbeiflog, wie einfache, seitliche Pässe verrutschten oder Tempo gemacht wurde, wo Geduld gefragt war – und andersherum: Manchmal lächelte der Bundestrainer an der Seitenlinie still in sich hinein, ein paar Mal schüttelte er den Kopf. Das war nichts für schwache Nerven.

          Blick nach vorne

          Eigentlich hätte sich Groener über das 27:27 freuen müssen. Schließlich lag die erste Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) sechs Minuten vor dem Ende 23:27 hinten. Weil es diesem Team an Einsatz und Willen aber nie mangelt, kämpfte es sich zum Unentschieden – und hatte durch Emily Bölk vier Sekunden vor Schluss sogar die Chance zum Sieg. Gut freigespielt stieg Emily Bölk hoch, warf aber aus neun Metern ziemlich unbedrängt am Tor vorbei.

          Groeners Blick ging nach vorn, als er sagte: „Durch den Sieg Dänemarks ist unser erkämpfter Punkt noch wertvoller geworden. Mit 3:1-Punkten in die Hauptrunde zu starten, ist eine sehr gute Ausgangsposition. Den Punkt heute haben wir uns in der Schlussphase über den Kampf geholt, als die Abwehr wieder da war. Wir waren insgesamt aber nicht in der Lage, die Ruhe zu bewahren.“ Jenny Behrend von außen, Mia Zschocke frei vor dem Tor, Antje Lauenroth oder Maren Weigel: Sie ließen beste Möglichkeiten aus.

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          Am Ende war auch Kim Naidzinavicius mit der Spielleitung überfordert und traf falsche Entscheidungen. Allerdings ist sie – zusammen mit Emily Bölk und der starken Kreisläuferin Julia Behnke – schwer gefordert bei diesem Turnier: Sie bekommt kaum Verschnaufpausen. Das Leistungsgefälle im deutschen Kader ist groß, diese Erkenntnis für kommende Analysen liegt bereits vor. Deswegen kann Groener die Last nicht auf alle Schultern verteilen.

          Aber all das wird flankiert von großem Teamgefühl und beeindruckendem Kampf. Auch Comebacks innerhalb eines Spiels sind möglich. Dinah Eckerle hielt erst stark, dann schwach und musste Isabell Roch im Tor Platz machen. In den letzten Minuten hielt Dinah Eckerle ihr Team dann wieder im Spiel. Und Maren Weigel bleib mutig und warf die letzten beiden Tore. Als später Dänemark Frankreich stürzte, war klar: Es hatte sich gelohnt, nicht aufzugeben.

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