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Deutsche Golf-Meisterschaft : Finger weg von der Fahnenstange

  • -Aktualisiert am

Nur schlagen, nicht anfassen: Auch im Golf muss man sich an die Corona-Regeln halten. Bild: AFP

130 Golfspielerinnen und Golfspieler hatten sich voller Tatendrang für die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft beworben. Doch die mit der Pandemie einhergehenden Auflagen schränkten den Spielraum deutlich ein.

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          Viele wollten, aber nicht jeder durfte mit Schwung an die Sache herangehen. 130 Golfspielerinnen und Golfspieler hatten sich voller Tatendrang für die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft der Altersklasse 30 (AK 30) beworben. Es war ein Turnier – ausgetragen über drei Tage auf der Anlage des Golfclubs Neuhof – mit besonderem Stellenwert, handelte es sich doch um den ersten nationalen Titelwettkampf des Deutschen Golf-Verbands (DGV) in diesem Jahr nach der Corona-Zwangspause.

          Und die mit der Pandemie einhergehenden Auflagen schränkten den Spielraum deutlich ein: Trotz des Ansturms auf die Plätze wurde aufgrund des Schutz- und Hygienekonzepts des DGV nur die Hälfte der Bewerber zugelassen: 23 Golfspielerinnen und 39 Spieler, ihre Eintrittskarte bildete das aktuelle Handicap. An den Start gingen dann aber 38 Spieler. Ein Teilnehmer aus dem Bereich Gütersloh konnte nicht rechtzeitig einen negativen Corona-Test nachweisen. In der Hoffnung auf ein schnelles Ergebnis hatte er sich am vergangenen Donnerstag am Frankfurter Flughafen noch dem nötigen Test unterzogen. Bis unmittelbar vor Turnierbeginn am Freitag wartete der Mann vergeblich auf das Resultat. Er erhielt deshalb keine Startberechtigung.

          Die deutsche Meisterschaft der AK 30, die von Stefan Wiedergrün (Frankfurter Golfclub) und Nicola Rössler (Münchner Golfclub) gewonnen wurde, war ein Pilotprojekt in Corona-Zeiten. Eines, das große Herausforderungen an die Organisatoren stellte. Die sie aber gemeinschaftlich stemmten. „Alles hat prima geklappt, es gab keine Unfälle“, sagte Marcus Neumann, der Vorstand Sport beim DGV. „Wir konnten auch schwierige Dinge mit dem Golfclub Neuhof im Vorfeld gut regeln.“

          Das Procedere war immer gleich: Die Spieler, die nicht aus einem Corona-Risikogebiet kamen, mussten sich bei der Anmeldung ausweisen und anschließend ein Formular ausfüllen, dass sie ihres Wissens nach nicht infiziert sind. Um sich strikt an die vorgeschriebenen Abstands- und Hygieneregeln halten zu können, wurde die Spielerzahl auf rund 60 begrenzt. „Das war die Mindestzahl, um beim ersten Versuch einer deutschen Meisterschaft ein ordentliches Feld zu haben und keinen gewürfelten deutschen Meister herzustellen“, sagte Neumann.

          Hans Jürgen Fünfstück, der für den Spielbetrieb zuständige Vizepräsident beim Golfclub Neuhof, wies darauf hin: Je mehr Teilnehmer man habe, „desto schwieriger wird es, alles unter Kontrolle zu halten. 60 Spieler sind unter den gegebenen Voraussetzungen handelbar“. Alle mussten im Klubhaus eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Personen, die die Scorekarten der Spieler in Empfang nahmen, saßen hinter Plexiglas. Und auf dem Platz durften zum Beispiel die Fahnenstangen nicht angefasst werden – auch das ist Vorschrift in Corona-Zeiten. Für die Aktiven waren zudem keine Caddies erlaubt.

          Man habe sich penibel an alle Vorgaben gehalten, sagt Fünfstück. Ansonsten hätte bei einer Kontrolle durch die Ordnungsbehörden die Gefahr bestanden, dass das Turnier hätte abgebrochen werden müssen. Das „größte Manko“ war aus Sicht von Neumann, dass bei dem Wettbewerb keine Zuschauer zugelassen wurden. „Die Atmosphäre war zwar würdevoll, aber dann doch nicht so emotional.“ Der Sportvorstand sprach von „würdigen deutschen Meistern“. Und von einem Hauch Normalität in schwierigen Zeiten. „Zwischendurch hatte es sich auf dem Platz ein bisschen normal angefühlt. Das lässt für die nächsten Meisterschaften hoffen“, findet Neumann.

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