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Deutsche Football-Spieler : Die kleine Chance auf die große NFL-Karriere

  • -Aktualisiert am

Equanimeous St.Brown hat es in den Kader der Green Bay Packers geschafft. Bild: Picture-Alliance

Die Zeiten, in denen deutsche Spieler in der NFL Erfolg haben, scheinen auf den ersten Blick vorbei. Einiges spricht aber dafür, dass es gerade erst los geht.

          Die Geschichte der National Football League (NFL) ist nicht sonderlich reich an Momenten, die maßgeblich mit deutschen Spielern zusammenhängen. Die meisten gab es zwischen 2013 und 2015. Der Berliner Björn Werner machte 2013 in der ersten Runde der Draft den Anfang. Bei der Spielerwahl sichern sich die NFL-Franchises die besten College-Spieler. Werner war der erste und bislang einzige Spieler aus Deutschland, dem dies im ersten Durchgang gelang. Einer dieser besonderen Momente war es auch, als im Dezember 2014 Markus Kuhn mit den New York Giants der erste Touchdown eines Deutschen in der NFL gelang. Oder als Sebastian Vollmer aus Kaarst am Niederrhein 2015 den Super Bowl gewann. Ihm war zuvor eine Karriere als einer der wichtigsten Beschützer des Star-Quarterbacks Tom Brady bei den New England Patriots geglückt, die mit ihm zweimal die Meisterschaft gewannen.

          Mittlerweile haben Vollmer, Werner und Kuhn ihre Karrieren beendet. Übrig geblieben ist in der vergangenen Saison einzig Kasim Edebali. Er hat es in diesem Jahr allerdings nicht in den 53-Mann-Kader der Chicago Bears geschafft, weil er sich zum Ende der Vorbereitung verletzte und anschließend entlassen wurde. So steht er zumindest für den Moment noch ohne Arbeitgeber da. Dafür spielen zwei andere Deutsche künftig in der NFL, deren neue Spielzeit am vergangenen Donnerstag angefangen hat: Mark Nzeocha und Equanimeous St. Brown.

          Der ehemalige NFL-Profi Björn Werner

          Der ehemalige Profi Björn Werner will mit seiner Scouting-Agentur nun weitere Landsmänner in die NFL bringen. „Ich denke, in drei bis fünf Jahren wird es eine nächste Welle mit Talenten aus Deutschland geben, die den Sprung schaffen“, sagt der ehemalige Erstrunden-Pick aus Berlin. „Gridiron Imports“ heißt sein Projekt, das er gemeinsam mit seinem ehemaligen High-School-Trainer Chris Adamson gestartet hat. Talentierten Jugendlichen soll damit ermöglicht werden, in den Vereinigten Staaten zur Schule oder ans College zu gehen, je nach Alter, unabhängig von der finanziellen Situation des Elternhauses.

          Mehr als 65 jungen Leuten ist es bereits gelungen, den ersten Schritt auf dem Weg in die Profiliga zu machen. Schaffen werden es nur die Besten der Besten. 15 Nachwuchsakteure sind von Colleges der höchsten Spielklasse angenommen worden. „Wir sind ehrlich mit den Jungs“, sagt Werner im Gespräch mit dieser Zeitung „Nicht jeder am College schafft es in die NFL. “ Der ehemalige Defensive End der Indianapolis Colts war selbst als Jugendlicher in den Staaten. Er ist nicht der einzige, der interessiert daran ist, deutschen Nachwuchs in die amerikanische Profiliga zu bringen. Auch die NFL sieht Potential in Übersee.

          Der deutsche Markt boomt. Die Live-Übertragung der vergangenen Auflage des Super Bowl – mitten in der Nacht deutscher Zeit – verfolgten insgesamt 1,5 Millionen Zuschauer im Fernsehen. Jeden Sonntagabend sind NFL-Partien im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen. „Es ist erst der Beginn“, sagt Werner. Die Zahlen des American Football Verbandes Deutschland (AFVD) belegen das. Mehr als 63000 Menschen betreiben die Sportart hierzulande. 2017 wurde erstmals die Marke von 60000 Spielern überschritten.

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