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Dressur-WM in Tryon : Deutschlands goldene Sternstunde

Isabell Werth mit Bella Rose lässt ihren Tränen freien Lauf. Bild: EPA

Isabell Werth unschlagbar, dazu starke Leistungen von Sönke Rothenberger, Jessica von Bredow-Werndl und Dorothee Schneider – so gewinnt Deutschland bei der Dressur-WM die Mannschaftswertung. Dabei waren die Bedingungen schwierig.

          Isabell Werths Augen schwammen in Tränen. „Das war eine Sternstunde“, sagte sie. Schon beim Hinausreiten aus dem WM-Viereck hatte sie angefangen zu weinen. Ein großer, einst realistischer, dann verzweifelter und nun vorsichtig herbeigewünschter Traum war wahr geworden. Die Dressurreiterin aus Rheinberg, die in ihrer langen Laufbahn schon so viele Titel gewonnen hat, zündete noch ein weiteres Highlight.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Sie kehrte mit ihrer lange verletzten Stute Bella Rose auf die große Gold-Bühne zurück und zelebrierte am Donnerstag einen nahezu perfekten Grand Prix, der allen den Atem raubte. Damit hatten die deutschen Dressurreiter den Titel bei den Weltreiterspielen in Tryon (North Carolina), den Weltmeisterschaften in acht Pferdesport-Disziplinen, endgültig gesichert.

          Isabell Werth mit Bella Rose, Sönke Rothenberger mit Cosmo, Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera und Dorothee Schneider mit Sammy Davis jr. zeigten sich der Favoritenrolle mehr als gewachsen und verteidigten den Titel mit 242,950 Punkten erfolgreich vor den Vereinigten Staaten (233,136) und Großbritannien (229,628).

          Hitze und Schwüle

          Mit 84,829 Prozentpunkten hatte sich die 49 Jahre alte sechsfache Olympiasiegerin auch den Tagessieg gesichert, der allerdings noch nicht für die beiden Einzel-Entscheidungen zählt. Tages-Zweite war die Amerikanerin Laura Graves auf Verdades (81,537) vor dem zweitbesten Deutschen, Sönke Rothenberger auf Cosmo (81,444).

          Auch der Student aus Bad Homburg bewies, dass er die Kunst beherrscht, ein Pferd zur Stunde X am Tag X in seiner  Bestform vorzustellen. Sein niederländischer Wallach Cosmo, mit dem er zu früheren Gelegenheiten auch schon Anlaufschwierigkeiten gehabt hatte, war im Grand Prix auf den Punkt fit und ermöglichte seinem Reiter eine Weltklasse-Vorstellung. Der starke Trab gewohnt rasant, die Passage kraftvoll, und die Piaffen gleichmäßig und auf dem Platz – lediglich das Rückwärtsrichten gelang nicht nach Wunsch.

          „Ich bin mächtig stolz auf mein Pferd“, sagte der 23 Jahre alte Hesse. Trotz der Hitze und der Schwüle habe Cosmo seine Leistung gebracht. „Das ist schon anders als in Europa“, sagte Rothenberger. „Mir selbst hat es ein wenig auf die die Gesundheit geschlagen.“ Was ihn aber nicht daran hinderte, sein Soll für die Mannschaft zu erfüllen, bevor es am Freitag und Sonntag (möglicherweise wegen der ungünstigen Wetterprognose sogar schon am Samstag) in Grand Prix Special und Kür um die Einzelmedaillen gehen wird.

          Möglicherweise wäre es ihm in diesem Zusammenhang lieber gewesen, Isabell Werth, die Rivalin in der eigenen Mannschaft, hätte für Tryon Weihegold vorgesehen und nicht ihre brillante Fuchsstute Bella Rose. Weihegolds Zuverlässigkeit für die Mannschaft ist genau so bekannt wie die Tatsache, dass Rothenberger dieses Pferd in dieser Saison bereits dreimal geschlagen hat. „Dies war die Antwort auf die Frage, warum Bella Rose“, sagte Isabell mit ein klein wenig Triumph in der Stimme. Schon am Mittwoch hatten Jessica von Bredow-Werndl und Dalera 76,677 und Dorothee Schneider mit Sammy Davis jr. 75,862 Prozentpunkte vorgelegt.

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