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Hockey-EM : Deutsche Damen folgen den Herren ins Halbfinale

  • Aktualisiert am

Hauptsache weiter: Deutschland mus auch wegen eines verschossenen Siebenmeters von Nike Lorenz (Mitte) zittern. Bild: dpa

Die deutschen Hockey-Damen haben sich das Leben selbst schwer gemacht. Aber nach dem Unentschieden gegen Irland stehen sie dennoch im Halbfinale der EM in Belgien. Die Männer müssen in der Runde der letzte vier gegen den Gastgeber spielen.

          Die deutschen Hockey-Damen sind ihren männlichen Kollegen bei der Europameisterschaft in Belgien ins Halbfinale gefolgt. Im letzten Gruppenspiel gegen Irland war am Mittwoch allerdings ein hartes Stück Arbeit nötig, ehe mit dem 1:1 (1:1) gegen den Verfolger der nötige Punkt zum Weiterkommen gesichert war.

          Pia Maertens (8. Minute) brachte die DHB-Damen früh in Führung, doch nach dem Ausgleich durch Sarah Hawkshaw (22.) fehlte den Iren lediglich ein Treffer. Deutschland (5 Punkte) geht als Gruppenzweiter hinter England (7) in die Vorschlussrunde. Dort treffen sie am Freitag auf Spanien, das Belgien 1:0 besiegte und nach der Vorrunde unerwartet vor Titelverteidiger Niederlande lag, der nun auf England trifft.

          „Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht“, sagte Spielführerin Janne Müller-Wieland selbstkritisch. In der Tat: Die DHB-Damen hatten es sich selber zuzuschreiben, dass es für sie am Ende eine Zitterpartie wurde. Zu dem Pech, als Hannah Gablac und Kira Horn (22.) innerhalb von wenigen Sekunden erst den linken und dann den rechten Pfosten trafen, kam auch Unvermögen.

          Acht Strafecken blieben ungenutzt. Und zu allem Überfluss scheiterte Nike Lorenz mit einem Siebenmeter an der irischen Torfrau (56.). Am Ende kamen die DHB-Damen aber auch im 14. Anlauf in ein EM-Halbfinale. „Und darüber sind wir nun erst mal froh“, meinte Janne Müller-Wieland erleichtert.

          Revanche gegen Belgien

          Die deutschen Hockey-Herren hatten bereits am Vorabend wie erwartet das Halbfinale erreicht. In seinem letzten Gruppenspiel gewann das Team von Bundestrainer Stefan Kermas am Dienstag in Antwerpen 5:0 (2:0) gegen Irland und zog auch bei der 17. EM in die Vorschlussrunde ein. Da die Niederlande  mit dem 6:0 über Schottland danach den Gruppensieg holten, trifft Deutschland am Donnerstagabend auf Belgien und Oranje auf Spanien. „5:0 hört sich leichter an, als es tatsächlich war“, befand Kapitän Mats Grambusch. „Es war ein hartes Stück Arbeit gegen die immer unbequemen Iren. Zum Glück haben wir zwei frühe Tore gemacht.“

          Niklas Wellen (3. Minute), Tom Grambusch (8.), Malte Hellwig (54.), Florian Fuchs und Lukas Windfeder (beide 60.) trafen zum verdienten, aber zu hoch ausgefallenen Sieg der DHB-Herren, denen ein Punkt zum Weiterkommen gereicht hätte. Kapitän Grambusch & Co. hatten aber schon vor dem Anpfiff zusätzliche Motivation erhalten, weil Spanien durch ein 2:2 gegen England anstelle der Briten ins Semifinale kam.  Da damit feststeht, dass die Deutschen im EM-Klassement vor England landen werden, ziehen sie nach dem Turnier auch in der Weltrangliste an den Briten vorbei. Dadurch würden sie bei der Auslosung für eine mögliche Olympia-Qualifikation im November in Topf 1 vorrücken und einen vermeintlich leichteren Gegner als England in Topf 2 zugelost bekommen. Nur der Europameister löst in Antwerpen das Tokio-Ticket.

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