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Rassismus im amerikanischen Sport : Wie Schimmel in den Ecken

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Kampf gegen Klischees

Eine 2012 im „Journal of Issues in Intercollegiate Athletics“ veröffentlichte Studie belegt, dass dunkelhäutige Sportstipendiaten auf dem Campus oft unter sich bleiben und sich isoliert fühlen. Ein Nebenergebnis: Sie schaffen deutlich seltener einen Abschluss als ihre weißen Mannschaftskollegen. Die Ursachen für die Entfremdung sitzen bisweilen noch tiefer. So herrscht heute in Städten und Regionen mit einem höheren schwarzen Bevölkerungsanteil eine Rassentrennung wie in den fünfziger Jahren, als fortschrittliche Bürger gegen eine solche Politik Sturm liefen.

Die High-School-Absolventen überwiegend „schwarzer“ Schulen prallen in den überwiegend „weißen“ Universitäten auf eine Reihe von Klischeevorstellungen und tun sich schwer, damit umzugehen: das des Sportlers, der geistig nicht viel drauf hat. Das einer angeblich angeborenen Überlegenheit schwarzer Athleten sowie der Kreuzung aus beidem: dem „Stereotyp des ,dummen Negers, verdammt durch seine ethnische Herkunft, intellektuell unterlegen zu sein“, wie der Soziologe Harry Edwards die Vorurteile einmal formuliert hat, einer der führenden Experten für dieses Thema.

Vermeidung schwarzer Quarterbacks

Der emeritierte Professor der kalifornischen Universität Berkeley war einer der Architekten des Athletenprotests von 1968. Der führte zur berühmt gewordenen Black-Power-Demonstration von Tommy Smith und John Carlos auf dem Olympia-Siegerpodest in Mexiko. Es war eine Aktion, die den damals alltäglichen Rassismus anprangerte, dem selbst gut bezahlte Profis in den Baseball-, Basketball- und Football-Ligen ausgeliefert waren.

Denn die ersten Integrationsansätze gleich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in den großen Mannschaftssportarten bedeuteten nicht so etwas wie komplette Gleichbehandlung. Selbst in der NBA, in der schwarze Spieler irgendwann eine Spielkultur mit artistischen und extrovertierten Soloeinlagen durchsetzten, die wohlmeinende Beobachter an den Jazz erinnerte, reagierte das weiße Publikum zunächst mit Unbehagen und Ablehnung. Städte wie Boston wurden berühmt für ihr rassistisches Publikum.

Die Bereitschaft zur Öffnung kam auf unterschiedlichen Feldern und auf unterschiedliche Weise zustande. Mal durch öffentlichem Druck wie im Fall von Golf-Klubs, die Profi-Turniere ausrichteten, aber keine schwarzen Spieler auf ihren Plätzen und in ihren Klubhäusern akzeptieren wollten. Mal mit harter Hand von oben aus den Büros der Liga-Chefs. So führte die Football-Liga eine Regel ein, dass bei der Besetzung vakanter Trainerposten auch afroamerikanische Kandidaten zu Vorstellungsgesprächen gebeten werden müssen.

Doch gleichzeitig lenkte das Trainer-Establishment überall im Football bis zuletzt am liebsten schwarze Quarterback-Talente möglichst früh von der Position weg. Mit Blick auf diese sogenannte IQ- oder Prestige-Position galt das Klischee: Schwarze Spieler können das nicht. Abgesehen davon galt als ausgemacht, dass das weiße Publikum wenigstens an dieser Schaltstelle des Spiels Profis sehen wollten, die ihnen ähnlich sind.

Rassismus bleibt der wahre Feind

Tatsächlich verändert sich in den Vereinigten Saaten dort die Gesellschaft, wo Resultate entscheiden. Athleten wie die Basketballprofis Earvin „Magic“ Johnson und Michael Jordan oder später der Golfstar Tiger Woods wurden zu Sympathieträgern und Werbefiguren, mit denen sich das gesamte Land identifizierte.

Wie kommt es, dass dennoch unverbesserliche Rassisten noch immer an den Schalthebeln sitzen und in vermeintlich unbeobachteten Augenblicken ihre wahren Ängste und Vorbehalte ins Spiel bringen, wie es Donald Sterling im aufgenommenen und dann veröffentlichten Gespräch mit einer Freundin tat? Darauf hatte Kareem Abdul-Jabbar keine Antwort. Nur eine klare Botschaft: „Wir sollten in unserem Streben nach sozialer Gerechtigkeit nicht den Blick darauf verlieren, dass Rassismus der wahre Feind ist.“

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