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Eishockey : Der ERC Ingolstadt wird für Furchtlosigkeit belohnt

Ingolstädter Führung: Christoph Gawlik (l.) bejubelt mit Patrick Hager sein Tor zum 1:0 Bild: dpa

Der neue deutsche Eishockey-Meister heißt ERC Ingolstadt: Die Außenseiter aus Bayern besiegen die Kölner Haie im siebten Endspiel auf deren Eis und holen den Pokal erstmals in die Vereinsvitrine. Das Warten der Haie geht weiter.

          Um 21.16 Uhr war das Leben als Ingolstädter Eishockeyprofi mit einem  Mal herrlich leicht. Mit der Schlusssirene, die den packenden Kampf um die Meisterschaft beendet hatte, fiel von den Spielern zuallererst der Druck der vergangenen Wochen ab: Sie schrien ihre Freude heraus. Dann ließen sie Teile ihre Montur zu Boden gleiten, warfen Handschuhe in die Luft sowie Schläger zu Boden und setzten zum letzten Sprint einer strapaziösen Saison an: Alle Mann in den blau-weißen Trikots eilten zu Timo Pielmeier, ihrem Keeper, der zum Mittelpunkt der bayerischen Jubelfeier wurde.

          Sie hatten soeben die Kölner Haie  in deren Arena 2:0 (0:0, 1:0, 1:0) bezwungen und sich in der „Best-of-seven“-Serie der Deutschen Eishockey Liga (DEL) den notwendigen  vierten Sieg gesichert. Die Bayern freuten sich ausgelassen über den bislang größten Wurf in ihrer fünfzigjährigen Vereinsgeschichte, während die Akteure des Gastgebers mit hängenden Köpfen dem Treiben zusahen.

          Das Warten der Haie geht weiter

          Für die Haie war es  der vierte vergebliche Anlauf, die Play-offs zu gewinnen, das Warten auf den  ersten Titel seit 2002 geht für sie weiter.  Mehr Finale, als an diesem Dienstag, gab es in der DEL noch nicht. Nie zuvor  waren sieben Anläufe nötig gewesen, um den neuen Champion zu küren. Zum Abschluss der 20. Saison gab es ein Endspiel, das diesen Titel vollkommen zurecht trug und in dem beide Parteien ungeachtet der vielfältigen Anstrengungen der zurückliegenden Wochen noch einmal sämtliche Reserven  mobilisierten, um den Gegner entscheidend in die Knie zu zwingen: Sie spielten mit Verve Alles oder Nichts.



          19.000 Zuschauer waren live in der ausverkauften Halle dabei, und Lance Nethery, der Geschäftsführer der Haie, behauptete, in der 42-jährigen Historie des Klubs habe es ein vergleichbares Publikumsinteresse noch nicht gegeben:  „Wir hätten das Rhein-Energie-Stadion voll bekommen.“ Die Fußball-Spielstätte des 1. FC Köln fasst 50.000 Besucher.

          Gawlik belohnt Fuchtlosigkeit

          Die Haie starteten mit Macht und Mut in  den Showdown. In den ersten Minuten legten sie ein Tempo vor, als  beabsichtigten sie, mit den Panthern kurzen Prozess zu machen; doch die Kölner wollten mit dem Kopf durch die Wand. Was ihren schwungvollen Attacken fehlte, war die nötige Präzision, so dass die Schüsse von Alexander Weiß, Björn Krupp  und Moritz Müller ihr Ziel verfehlten.

          Es dauerte einige Augenblicke, bis die Bayern ihrerseits in der Lage waren, Akzente zu setzen. Das Team um Kapitän  Tyler Bouck setzte dem Tatendrang der Haie sodann kühle Präzision entgegen und  verlagerte durch hohen läuferischen Einsatz das Geschehen immer wieder auf  beide Flügel, von wo aus die Stürmer gefährlich hinter das von Danny aus den  Birken gehütete Tor vorstießen.

          Drin: Haie-Torhüter Danny aus den Birken kann dem Puck nur noch hinterherschauen

          Im zweiten Drittel änderte sich am Bild wenig:  Die Kölner drängten auf die Führung, leisteten sich bei aller Hektik, mit der  sie zu Werke gingen, in der neutralen Zone aber wiederholt leichtsinnige Scheibenverluste. Das Schiedsrichtergespann Brüggemann/Piechaczek entschied in der 21. Minute gegen die Panther, die kurz gehofft hatten, durch Bouck das 1:0 erzielt zu haben. Doch der Videobeweis belegte, dass der Puck nicht vollständig  über die Linie gerutscht war.

          Unzweifelhaft dagegen der Treffer, mit dem  Christoph Gawlik die Ingolstädter Furchtlosigkeit belohnte. Nach einem  gewonnenen Bully überwand der Angreifer aus den Birken aus zwei Metern  Abstand. Und der nächste Rückschlag für die Hausherren folgte prompt: Der  Schlussabschnitt hatte kaum begonnen, da erhöhte John Laliberte im Alleingang  auf 2:0 (41.). Diesen Vorsprung verteidigten er und seine Mitstreiter danach, wie es sich an diesem Abend gehörte: im souveränen Stile eines Meisters.

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