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DEL-Chef Tripcke wehrt sich : „Das ist schlicht falsch“

Ruft zum Dialog auf: Gernot Tripcke, hier 2020 Bild: dpa

Der Geschäftsführer der Deutschen Eishockey-Liga geht auf Konfrontationskurs. Gernot Tripcke bezichtigt den Chef der Spielervereinigung Eishockey der Lüge – und zweifelt die Legitimation der Gewerkschaft an.

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          Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat die Kritik der Spielervereinigung Eishockey (SVE) zurückgewiesen, die ihr Managementfehler im Umgang mit der Corona-Pandemie unterstellt hatte. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke sagte der F.A.Z., dass die Behauptungen von Christopher Röder, der den 2020 gegründeten Zusammenschluss der Profis seit Anfang des Jahres vertritt, nicht den Tatsachen entsprechen.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          „Den Vorwurf, dass wir und die Klubs die Spieler gerade in Zeiten von Corona rund um den Spiel­betrieb, Gesundheitsthemen und Arbeitsschutz nicht frühzeitig informiert haben, weise ich entschieden zurück. Das ist schlicht falsch“, sagte Tripcke. „Wir haben sicher in keiner Phase zuvor mehr Meetings gemacht als zu Zeiten der Pandemie.“

          Röder hatte in einem Interview mit der F.A.Z. unter anderem die Kommunikationspolitik der Liga bemängelt, deren Gremien nicht genug erklärt hätten, welche Verordnungen, Teststrategien oder Quarantäne-Bestimmungen aktuell gültig seien. Das habe zu Verunsicherung unter den Spielern geführt, die zudem Gehaltseinbußen hinnehmen mussten. Röder forderte darüber hinaus, dass in den Führungsgremien der DEL mehr Wert auf Unabhängigkeit und Transparenz gelegt werden müsse.

          Tripcke entgegnete, dass vonseiten der SVE „seit Monaten“ kein Bemühen an einem konstruktiven Dialog mehr erkennbar sei. Er warf SVE-Geschäftsführer Röder vor, insbesondere mit populistischen Äußerungen in der Öffentlichkeit für Aufsehen sorgen zu wollen. Mit Röders Vorgänger, dem früheren Profi Alexander Sulzer, sei das „ganz anders gewesen“, sagte Tripcke. Mit ihm hätten Debatten auf „vernünftiger Basis“ stattgefunden. „Der Austausch mit Sulzer war völlig in Ordnung, das haben beide Seiten als Informations- und Know-how-Transfer verstanden. Die SVE wäre gut beraten, wenn sie daran anknüpft.“

          „Müssen miteinander reden, nicht übereinander“

          Tripcke wies darauf hin, dass Sulzer vor dieser Saison an Sitzungen der DEL-Sportkommission sowie im Ligabüro teilnahm, auf denen Änderungen der Spielordnung und vielfältige Sicherheitsvorkehrungen, die durch die Corona-Krise nötig geworden waren, besprochen wurden. Außerdem äußerte Tripcke grundsätzliche Zweifel an der Legitimation, auf die sich die SVE beruft. „Wir haben bis heute keinerlei Angaben darüber, für wie viele Mitglieder Röder überhaupt spricht. Allein dieser Fakt sagt doch schon einiges aus.“

          Tripcke nannte es „in gewisser Weise abenteuerlich“, dass Röder für sich in Anspruch nehme, die Interessen der Mehrheit der Profis zu repräsentieren. Auch sei Markus Kink, der frühere Stürmer der Mannheimer Adler, der als Sportgeschäftsführer der SVE firmiere, trotz anderslautender Ankündigung „bis heute nie zu einem Gespräch aufgetaucht“.

          Tripcke kündigte an, dass das „Captain’s Dinner“, nach zweijähriger Corona-Pause voraussichtlich im August wieder stattfinden wird. Zu dem Abendessen waren in der Vergangenheit traditionell alle Spielführer und Mitglieder der Mannschaftsräte einmal jährlich eingeladen worden, um sie über Veränderungen im Eishockey und der DEL zu informieren. „Wir müssen miteinander reden, nicht übereinander“, sagte Tripcke, der die Spieler ermunterte, „sachdienliche Hinweise auf Probleme“ und „konstruktive Ideen für Veränderungen“ direkt an die DEL zu adressieren. „Unsere Tür steht für alle Spieler, nicht nur die SVE, immer offen.“

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