https://www.faz.net/-gtl-98vb3

Eishockey : München peilt Titel-Hattrick an

  • Aktualisiert am

Nach 2016 und 2017 hat der EHC Red Bull München auch in diesem Jahr die Chance auf den Meistertitel. Bild: dpa

Mit einem klaren Ausrufezeichen zieht München ins Playoff-Finale der DEL ein. Unterdessen kommt es für das Nationalteam zu einer Neuauflage des Olympia-Endspiels.

          3 Min.

          Nach einem imposanten Abschluss einer hitzigen Halbfinalserie spielt der EHC Red Bull München um den Titel-Hattrick in der Deutschen Eishockey Liga. Der Meister von 2016 und 2017 demütigte die Adler Mannheim am Freitagabend mit 5:0 (3:0, 2:0, 0:0). Dank des notwendigen vierten Siegs im fünften Duell mit den Mannheimern zog das Team von Erfolgscoach Don Jackson ins Playoff-Finale ein.

          Auf seinen Gegner für die Best-of-Seven-Serie um die deutsche Meisterschaft, die am kommenden Freitag beginnt, muss München mindestens bis Sonntag warten. Die Eisbären Berlin haben dann am sechsten Halbfinal-Spieltag nach dem 5:4 (1:0, 1:2, 2:2) nach Verlängerung gegen die Nürnberg Ice Tigers ihre erste Chance auf den Finaleinzug. In der engen Serie liegt Berlin mit 3:2 vorn. Für EHC-Trainer Jackson wäre ein Finale gegen Berlin ein besonderes Wiedersehen, mit den Eisbären wurde er einst fünfmal Meister.

          Hauptrundensieger München ließ zwei Tage nach dem Auswärtssieg in Mannheim früh keine Zweifel am Weiterkommen mehr aufkommen. „Es war eine sehr physische Serie. Die Jungs haben heute gut gespielt“, sagte EHC-Trainer Jackson bei Telekomsport. Mads Christen erzielte schon nach 45 Sekunden das 1:0, nach weiteren Treffern von Andreas Eder (13.) und dem in der NHL begehrten Olympia-Zweiten Dominik Kahun (19.) war nach dem ersten Drittel die Vorentscheidung gefallen.

          Berlin muss zittern

          Keith Aulie (25.) und Keith Aucoin (30.) sorgten für einen Klassenunterschied. „Es war heute nicht unser Tag“, sagte Mannheims Angreifer Christopher Ullmann. „Es sind viele Fragen, die wir uns stellen müssen.“ Nationalspieler Matthias Plachta, der beim 3:6 am Mittwoch eine Spieldauerstrafe kassiert hatte, wurde von den Münchner Zuschauern mit Pfiffen bedacht. Mit einem Stockschlag hatte der Stürmer im vierten Spiel EHC-Verteidiger Markus Lauridsen so getroffen, dass dieser mit einem gebrochenen Finger pausieren muss. Für die Adler endete die Saison mit einer herben Niederlage. Die Hauptrunde war für den Mitfavoriten verkorkst verlaufen.

          In Berlin nutzten die Eisbären ihren Heimvorteil, mussten aber trotz einer zwischenzeitlichen 4:2-Führung noch in die Verlängerung. Dort war Mark Olver in der 72. Minute der Siegtorschütze. Bis fünf Minuten vor Schluss des dritten Abschnitts hatte der DEL-Rekordmeister wie der sichere Sieger ausgesehen. Dann glichen Leo Pföderl und John Mitchell binnen 34 Sekunden für Nürnberg aus.

          Jamie MacQueen (16.), Marcel Noebels (39.), Torjäger Nick Petersen (45.) und Frank Hördler (48.) trafen in der regulären Spielzeit für die Eisbären. Die Berliner von Trainer Uwe Krupp benötigen nun aber den ersten Auswärtserfolg der Serie, um schon am Sonntag den letzten Schritt zum ersten Finaleinzug seit 2013 zu schaffen.

          Deutschland verliert Neuauflage des Olympia-Finals

          Parallel zu den Halbfinals der DEL hat das deutsche Eishockey-Nationalteam sein erstes Test-Länderspiel nach der Sensation bei den Winterspielen ohne die Silbermedaillen-Gewinner klar verloren. In Sotschi unterlag die stark ersatzgeschwächte Auswahl bei Pyeongchang-Final-Gegner Russland mit 1:4 (0:1, 0:2, 1:1) und startete damit mit einer Niederlage in die WM-Vorbereitung.

          Für die Mannschaft von Bundestrainer Marco Sturm traf am Freitag nur College-Spieler Marc Michaelis im Schlussdrittel (50.). Artjom Iljenko (10./33.), Kirill Semjonow (23.) sowie Alexej Bereglasow (55.) erzielten die Tore für die ebenfalls runderneuerte Auswahl des Olympiasiegers. Am Samstag (16.00 Uhr/Sport1) steht wieder gegen Russland die zweite Testpartie vor der Weltmeisterschaft in Dänemark an, die vom 4. bis 20. Mai ausgetragen wird.

          Gegen das russische Team um den Torschützen Alexei Bereglasow (links) mussten Simon Danner und die Sturm-Auswahl Lehrgeld zahlen.

          Noch fehlen alle Profis der Halbfinalisten der Deutschen Eishockey Liga und die NHL-Spieler. Aus dem Aufgebot für Russland wird voraussichtlich kaum ein Spieler mit zur WM reisen. Mit Olympia konnte die Testbegegnung auch deswegen nicht verglichen werden. „Von einer Revanche kann man vielleicht bei der nächsten Olympiade wieder reden, vorher nicht. Es ist aber ein guter Test für uns“, hatte Sturm gesagt. In Sotschi testet der 39-Jährige auch für die Zukunft.

          Am Freitag zahlte seine unerfahrene Truppe mit sieben Debütanten Lehrgeld. Von Beginn an standen die Gäste enorm unter Druck. Der Düsseldorfer Torhüter Mathias Niederberger war gleich gefordert und verhinderte früh einen höheren Rückstand. Im Schlussdrittel kam Deutschland besser ins Spiel. Angreifer Michaelis, der für die Minnesota State University spielt, sorgte mit seinem ersten Länderspiel-Tor bei seinem Debüt für einen Lichtblick.

          Die ersten Testpartien nach Olympia in der Heimat stehen in Weißwasser und Dresden an. Am 14. und 15. April ist dann die Slowakei der Gegner. Beim Gewinn der Silbermedaille in Südkorea, dem größten Erfolg im deutschen Eishockey, hatte der der Außenseiter im Finale knapp mit 3:4 nach Verlängerung gegen die Russen verloren.

          Weitere Themen

          Graue Tage, weißer Elefant

          Nationalmannschaft : Graue Tage, weißer Elefant

          Vor den letzten EM-Qualifikationsspielen sehen sich die deutschen Nationalspieler als „bunter Haufen mit geilen Typen“. Bundestrainer Löw dagegen beklagt den Entwicklungsrückstand – und der abwesende Hummels ist ständig präsent.

          Topmeldungen

          Emmanuel Macron und Ursula von der Leyen am 12. November in Paris

          Anhörungen im Parlament : Tag der Wahrheit für Ursula von der Leyen

          An diesem Donnerstag entscheidet sich, ob Ursula von der Leyen als Kommissionspräsidentin am 1. Dezember antreten kann. Wird sie zum Opfer eines Kleinkriegs zwischen den Europaabgeordneten und Macron? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

          Treffen in Washington : Trumps Lob und Erdogans Tadel

          Der Versuch des amerikanischen Präsidenten, die Probleme mit der Türkei wegzulächeln, misslingt. Der Gast aus Ankara zeigt in Washington kein Entgegenkommen – und führt Trump zuweilen vor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.