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Gislasons Debüt : „Ein Auftritt, wie ich ihn befürchtet habe“

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Noch nicht ganz zufrieden beim Debüt: Alfred Gislason Bild: dpa

Der neue Handball-Bundestrainer erlebt ein zähes Debüt im Duell mit Bosnien, das an schlechte Zeiten erinnert. Doch Alfred Gislason bleibt ruhig. Schon am Sonntag kann die Mannschaft es besser machen.

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          Am Sonntagnachmittag gegen Estland soll es schon viel besser werden. „Ich bin froh, dass ich dieses zweite Spiel noch habe“, sagte Alfred Gislason. Es war nicht so gemeint, dass der neue Bundestrainer schon Druck verspürt. Die öffentliche Erwartung sind ihm ziemlich gleichgültig – diese Gelassenheit ist eine seiner Stärken. Nein, Gislason will jede Stunde, jedes Training und erst recht jedes Spiel mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft nutzen, um sie kennenzulernen und voranzukommen.

          Er war am Donnerstagabend nach dem dürftigen 25:21 gegen Bosnien-Hercegovina in Düsseldorf ehrlich genug zu sagen: „Man hat gesehen, dass die Dinge, die ich neu einarbeiten wollte, schlechter gelaufen sind als das, was von früher eingespielt war.“ Es war ja ohnehin längst nicht alles schlecht, was die deutschen Elite-Handballer unter seinem Vorgänger Christian Prokop einstudiert hatten.

          Im ersten Spiel auf dem Weg zur kontinentalen Meisterschaft in Ungarn und der Slowakei 2022 fehlte es Gislasons Team 30 Minuten lang an der Grundtugend: dem Einsatz. Ohne Aggressivität in der Abwehr, ohne Körperkontakt im Angriff gingen die gut besetzten Deutschen mit einem 9:13 in die Halbzeit. Bosnien besaß das Niveau eines deutschen Zweitligaklubs, wobei die zahlenmäßig besser besetzt sind: Mit elf Spielern waren die Bosnier Corona-bedingt nach Düsseldorf gereist, davon „sieben, acht Amateure“, wie Torwart Benjamin Buric von der SG Flensburg-Handewitt sagte.

          Das hatte die Partie fragwürdig erscheinen lassen – wobei das Begehr des europäischen Verbandes, Spiele unbedingt stattfinden zu lassen, nachvollziehbar ist. Buric und der 40 Jahre alte Rückraumroutinier Nikola Prce reichten, um die deutsche Auswahl 30 Minuten lang zu ärgern. „Erschreckend“, nannte Team-Manager Oliver Roggisch das Auftreten – in Sachen fehlende Cleverness erinnerte das Ganze an die schwächsten Auftritte unter Prokop. Gislason bliebt ruhig.

          Spielplan der Handball-WM 2021 in Ägypten

          „Das erste Spiel mit einem neuen Trainer ist immer schwierig“, sagte der später, „es war kein Auftritt, wie ich ihn mir gewünscht, aber wie ich ihn befürchtet habe.“ Erst mit der Hereinnahme Finn Lemkes als Abwehrchef und mit Marian Michalcziks in der Spielsteuerung wurde es besser. Beim 19:16 in der 45. Minute erlahmte die Gegenwehr der Bosnier, was auch daran lag, dass sich Spielmacher Ivan Karacic verletzt ausschied. Aber erst mit Tobias Reichmanns Treffer zum 24:21 (60.) war das zähe Ringen zugunsten Deutschlands beendet. „Ich freue mich, dass ich mein Debüt jetzt endlich hinter mir habe“, sagte Gislason lächelnd. Tatsächlich war es ein Spiel, in dem es für sein Team wenig zu gewinnen gab.

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