https://www.faz.net/-gtl-8ecjd

Davis Cup : Starker Zverev zieht am Ende den Kürzeren

  • Aktualisiert am

Stark gekämpft, knapp verloren: Alexander Zverev zeigt im ersten Davis-Cup-Einsatz eine sehr gute Leistung Bild: dpa

In seinem packenden ersten Davis-Cup-Einsatz verliert Alexander Zverev gegen den favorisierten Tomas Berdych aus Tschechien nur knapp. Zuvor musste auch Philipp Kohlschreiber hart für den ersten deutschen Punkt kämpfen.

          3 Min.

          Begeisterndes Debüt ohne Happy End: Tennis-Teenager Alexander Zverev hat vor den Augen von Boris Becker einen starken Einstand im deutschen Davis-Cup-Team gefeiert und eine Überraschung gegen den Weltranglistensiebten Tomas Berdych nur knapp verpasst. Der 18 Jahre alte Hamburger musste sich am Freitag in Hannover dem ehemaligen Wimbledonfinalisten erst nach fünf Sätzen mit 6:7 (6:8), 6:1, 6:4, 6:7 (5:7), 4:6 geschlagen geben. „Es war ein sehr hartes Match. Er ist ein großartiger Spieler. Die Deutschen können stolz auf diesen Spieler sein“, sagte Berdych bei Sat.1 Gold. „Diese Niederlage ist natürlich hart für ihn.“

          „Im Moment ist es sehr bitter“, sagte Zverev, als er wenig später zur Pressekonferenz erschien. „Von der Stimmung und der ganzen Situation war es vielleicht das intensivste Match, das ich bislang gespielt habe.“ Berdych zollte seinem Gegner großen Respekt. „Ich habe gegen einen künftigen Top-Ten-Spieler verloren. Ich würde sogar fast sagen wollen, er ist eine künftige Nummer eins“, sagte der 30-Jährige.

          „Ich spüre keine Anspannung“

          Zuvor hatte Philipp Kohlschreiber ebenfalls in einem Match über die volle Distanz durch einen 3:6, 6:3, 6:4, 2:6, 6:3-Erfolg gegen Lukas Rosol für die 1:0-Führung gesorgt. Damit steht es im Erstrunden-Match gegen Tschechien nach dem ersten Tag wie erwartet 1:1. Am Samstag (13 Uhr / Live in Sat.1 Gold und auf tennis.de) könnte damit im Doppel bereits eine Vorentscheidung fallen. Bislang sind dafür Philipp Petzschner und Dustin Brown bei den Deutschen sowie Radek Stepanek und Jiri Vesely bei den Gästen nominiert. Änderungen sind jedoch kurzfristig möglich und werden auch erwartet. So könnten Kohlschreiber und Berdych wohl auch im Doppel zum Einsatz kommen.

          Dank des erhofften und einkalkulierten Punktgewinns der deutschen Nummer eins lastete nicht mehr so viel Druck auf Zverev. „Ich habe am Donnerstag versucht, in ihn reinzuhören“, erzählte Kohlschreiber. „Er hat gesagt: Hey, kein Problem, ich spüre keine Anspannung. Das war nicht das, was ich erwartet habe. Damit war es für mich gegessen. Da brauche ich ihm auch keinen Floh ins Ohr zu setzen.“

          Einmal durchpusten: Philipp Kohlschreiber holte den ersten deutschen Punkt

          Und genau so cool und unbekümmert trat der Teenager dann auch auf. Vor 6600 Zuschauern in der nun fast vollen Arena auf dem Messegelände zeigte die Nummer 58 der Welt gegen den mehr als 50 Plätze besser notierten Weltklassespieler keinerlei Nervosität. Mit vereinzelten „Deutschland, Deutschland“-Rufen per Megafon unterstützten die Fans das größte Talent seit Jahrzehnten und den jüngsten deutschen Davis-Cup-Debütanten seit Becker im Jahr 1985. Der dreimalige Wimbledonsieger und zweimalige Davis-Cup-Champion besuchte Zverev kurz vor dem Match noch in der Kabine und unterhielt sich mit ihm und seinen Eltern. „Wir können froh sein, dass wir ihn haben. Er hat nichts zu verlieren“, sagte Becker.

          Auch von einem 0:3-Rückstand im ersten Satz ließ sich Zverev nicht aus der Konzentration bringen. Die Entscheidung fiel in einem hochklassigen Tiebreak – allerdings zugunsten des früheren Wimbledonfinalisten. Wie Zverev diesen unglücklichen Satzverlust nach 68 Minuten Spielzeit wegsteckte und anschließend in nur 27 Minuten den zweiten Durchgang für sich entschied, war bereits beeindruckend. Selbst auf der deutschen Bank schauten sich Kapitän Michael Kohlmann, Berater Niki Pilic und Konditionstrainer Carlo Thränhardt immer wieder fast schon ungläubig an und staunten über Tempo und Präzision des Debütanten.

          Auch im weiteren Verlauf erlaubte sich Zverev fast keine echte Schwächephase. Den vierten Satz verlor er im Tiebreak, im fünften erwies er sich bis zum 3:3 als Gegner auf Augenhöhe. Dann kassierte er das Break zum 3:4 und musste sich nach großem Kampf geschlagen geben. Becker war da schon nicht mehr in der Halle – nach dem ersten Satz musste er zum Flughafen und zurück nach London reisen.

          Unterdessen stehen die französischen Tennis-Herren kurz vor dem Einzug in das Viertelfinale im Davis Cup. Nach dem Eröffnungstag auf Guadeloupe führt die Auswahl von Kapitän Yannik Noah gegen Kanada mit 2:0. Gaël Monfils gewann gegen Frank Dancevic 6:3, 6:1, 6:3, Gilles Simon kam gegen Vasek Pospisil beim 7:5, 6:3, 6:3 ebenfalls zu einem Sieg in drei Sätzen. Damit fehlt den Franzosen nur noch ein Punkt zum Erreichen des Viertelfinals. In den meisten anderen Partien scheint noch alles offen. Zwischen Großbritannien und Japan, Serbien und Kasachstan, Australien und den Vereinigten Staaten sowie zwischen Belgien und Kroatien steht es 1:1. Argentinien dagegen führt in Polen mit 2:0.

          Unbenanntes Dokument

          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

          Die ganze F.A.Z. in völlig neuer Form, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken, optimiert für Smartphone und Tablet. Jetzt gratis testen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Rettungskräfte sind nach dem Zugunglück im Einsatz.

          Tschechien : Tödliches Zugunglück bei Prag

          Ein Nahverkehrszug rammt spät am Abend einen Güterzug, mindestens ein Mensch stirbt und Dutzende werden verletzt. Es ist die zweite derartige Kollision in Tschechien innerhalb einer Woche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.