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Tennis in Hamburg : Deutsches Davis-Cup-Team bucht Ticket in die Sonne

  • -Aktualisiert am

Kevin Krawietz (links) und Tim Pütz holen wieder den entscheidenden Punkt. Bild: Reuters

Bei Schmuddelwetter in Hamburg besiegen die deutschen Tennisspieler im Davis Cup Belgien. Die Entscheidung fällt im Doppel. Damit qualifizieren sie sich vorzeitig für die Finalrunde in Spanien.

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          Zwölf Grad Celsius Außentemperatur, der Regen prasselt auf das Zeltdach des Stadions, der Wind zieht von den Seiten hinein: Es gibt bessere Bedingungen zum Tennisspielen als jene, die am Freitag am Hamburger Rothenbaum herrschten. Den deutschen Nationalspielern war das Schmuddelwetter am Ende herzlich egal, hatten sie sich doch für eine sportlich reizvolle Reise zur Davis-Cup-Finalrunde ins sonnige Málaga qualifiziert.

          Thomas Klemm
          Sportredakteur.

          Das gesamte Team außer Kevin Krawietz und Tim Pütz, die im zweiten Gruppenspiel wieder einmal den entscheidenden Punkt zum 2:1-Sieg über Belgien holten, zogen sich am Ende eines langen Davis-Cup-Tages die Kapuzen vom Kopf oder legten das wärmende Handtuch ab und ließ ihren Triumphgefühlen freien Lauf.

          Nach dem zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel hat die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) den zweiten Platz sicher, der zur Viertelfinalteilnahme berechtigt. Am Sonntag spielt sie gegen die ebenfalls ungeschlagenen Australier um den Gruppensieg (14.00 Uhr bei Servus TV und DAZN). Die Platzierung entscheidet darüber, auf welchen Gegner das DTB-Team in der Runde der letzten acht Mannschaften Ende November in Málaga trifft. Im besten Falle wird dann auch wieder Alexander Zverev wieder dabei sein, der in Hamburg wegen eines Knochenödems im rechten Fuß nur in der Mannschaftsbox mitbangen und mitjubeln durfte.

          Was Zverev am Freitag sah, gleich dem Verlauf der Partie zwei Tage zuvor gegen Frankreich: Jan Lennard-Struff legte den ersten Punkt vor, Oscar Otte musste den Ausgleich hinnehmen, am Ende entschieden Krawietz und Pütz das Länderspiel. Durch das 4:6, 6:2, 7:6 (7:5) gegen Sander Gille/Joran Vliegen sind der Coburger und der Frankfurter auch bei ihrem siebten gemeinsamen Davis-Cup-Auftritt ungeschlagen geblieben.

          Die Entscheidung zugunsten der Gastgeber hätte gut und gerne ein Spiel früher fallen können, doch Otte vergab gegen den belgischen Spitzenspieler David Goffin zwei Matchbälle. Am Ende musste er sich 6:3, 6:7 (7:9), 3:6 geschlagen geben. Im ersten Einzel des Tages hatte Struff den jungen Belgier Zizou Bergs 6:4 und 7:6 (11:9) bezwungen.

          Wie zwei Tage zuvor gegen Frankreich, brachte Struff sein Team auf den Erfolgsweg. Für den Warsteiner war dieser Davis-Cup-Sieg eine Besonderheit, gewann er doch erst zum zweiten Mal in diesem Jahr zwei Matches nacheinander bei demselben Turnier. Gegen den Belgier Bergs, der deutlich mehr Anlagen mitbringt als es sein Weltranglistenplatz 134 andeutet, musste sich Deutschlands Nummer zwei zunächst an die äußeren Umstände gewöhnen.

          „Die Bälle waren langsam, weil es kühl war“, erklärte Struff im Nachhinein, weshalb er seine ersten beiden Aufschlagspiele verlor. Weil auch Bergs nicht so flott wie gewohnt servieren konnte, verschaffte sich Struff einen Vorteil und holte sich den ersten Satz letztlich mit einem Volley.

          Danach begann ein noch härteres Stück Arbeit, der Deutsche sah sich mit einem druckvoll aufspielenden Bergs und einer Reihe von Break- sowie Satzbällen konfrontiert, konnte sich aber stets aus der heiklen Situation befreien. Bei seinem dritten Matchball profitierte Struff von einem Fehler des Belgiers. „Am Ende war es Drama, da habe ich auch Glück gehabt“, sagte der 32-Jährige.

          Das Quäntchen Glück fehlte Otte bei seinem zweiten Davis-Cup-Einsatz. Zwar wusste er sich im Gegensatz zu seinem verpatzten Debüt zwei Tage zuvor gegen Goffin zu steigern und war über weite Strecken der solidere Spieler. Doch in entscheidenden Situationen war der 29 Jahre alte Kölner zu grün gegen den belgischen Routinier, der zu seinen besten Zeiten 2018 Weltranglistensiebter war. Viel habe er sich nicht vorzuwerfen, sagte Otto auf seine Matchbälle zurückblickend: „Es heißt ja immer, ein Punkt kann das ganze Match entscheiden - heute war es so.“

          Ähnlich war es im Doppel. Ein Aufschlagverlust genügte, und Krawietz/Pütz verloren den ersten Satz. Der zweite Durchgang ging glatt, im letzten Satz holten sie nach einem 2:5-Rückstand im Tiebreak fünf Punkte in Serie und zeigten sich wieder unbezwingbar. Danach ging es hinaus ins Hamburger Schmuddelwetter für die feucht-fröhliche Mannschaft.

          Italien und Niederlande erreichen Endrunde

          Italien und die Niederlande haben vorzeitig die Endrunde beim Davis Cup erreicht. Angeführt von US-Open-Finalteilnehmer Jannik Sinner setzte sich die italienische Mannschaft am 2. Spieltag der Zwischenrunde in Bologna mit 2:1 gegen Argentinien durch. Die Niederlande gewann ihr Duell mit Großbritannien ebenfalls mit 2:1, die Entscheidung fiel dort erst im abschließenden Doppel. (sid)

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