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Tennis : Die Debatte um das Finale im Davis Cup

Auch ohne Alexander Zverev erreicht das deutsche Davis-Cup-Team die Endrunde im November. Bild: nordphoto/Mauelshagen

Im beschaulichen Rahmen entwickelt der Davis Cup in Düsseldorf eine verblüffende Kraft. Das Finale in Madrid indes muss attraktiver werden – dann könnte vielleicht sogar Alexander Zverev wieder an Bord kommen.

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          Der Davis Cup hat in Deutschland schon eindrucksvollere Bühnen bespielt als das „Castello“ in Düsseldorf. Boris Becker, Michael Stich und ihre Mitstreiter schlugen in den achtziger und neunziger Jahren schließlich in großen Arenen so manche Tennis-Schlacht mit der Nationalmannschaft. Die kleine Mehrzweckhalle, in der sich die deutsche Auswahl nun am Wochenende durch ein 4:1 über Weißrussland für die Finalwoche im November qualifizierte, machte deshalb auf den ersten Blick recht deutlich den Bedeutungsverlust sichtbar, den dieser prestigeträchtige Wettbewerb seither hierzulande erfahren hat. Ohne Topspieler Alexander Zverev als Zugpferd waren an den beiden Tagen nicht einmal die überschaubaren 3700 Plätze voll besetzt. Womöglich kostete zudem die grassierende Angst vor dem Coronavirus ein paar Zuschauer.

          Doch auf den zweiten Blick bot sich bei der Qualifikationspartie in der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt ein anderes Bild. Denn der auch international als leicht angestaubt geltende Nationenwettbewerb entwickelte selbst in beschaulichem Rahmen eine Kraft, die ihn in der überwiegenden Einzelsportart Tennis noch immer einzigartig macht. Ganz ohne große Stars, ganz ohne große Fanmassen entstand in der heimeligen Düsseldorfer Sporthalle eine Stimmung, von der anschließend die Spieler schwärmten. „Das war die beste Atmosphäre, in der wir je gespielt haben. Das wird uns immer in Erinnerung bleiben“, sagte Andreas Mies, der mit Doppelpartner Kevin Krawietz einen Punkt zum Sieg beisteuerte und sich vom Publikum tragen ließ. „Ich bin sehr glücklich. Das hat unheimlich Spaß gemacht“, stellte Jan-Lennard Struff fest, der mit seinen beiden Einzelsiegen die Entscheidung herbeiführte.

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