https://www.faz.net/-gtl-8u5lo

Davis Cup gegen Belgien : Zverev und Zverev verlieren im Doppel

  • -Aktualisiert am

Hatten trotz Comeback nach fünf Sätzen das Nachsehen: Die Brüder Alexander (r.) und Mischa Zverev Bild: dpa

Überraschend liegt das deutsche Team zurück: Alexander und Mischa Zverev verlieren ein historisches Doppel gegen Belgien. Nun droht das frühe Aus beim Davis Cup.

          2 Min.

          Eine historische Tennis-Geschichte haben sie geschrieben, aber ein gutes Ende fand sie nicht. Alexander und Mischa Zverev spielten am Samstag in Frankfurt als erstes Brüderpaar für den Deutschen Tennis Bund ein Doppel im Davis Cup. Aber nach mehr als dreieinhalb Stunden Spielzeit verloren sie überraschend gegen die belgische Kombination Ruben Bemelmans/Joris de Loore 3:6, 6:7 (4:7), 6:4, 6:4, 3:6. Damit liegt das deutsche Team vor den beiden Schluss-Einzeln am Sonntag überraschend 1:2 zurück.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Nach der Absage der belgischen Nummer 1, David Goffin, hatte die DTB-Auswahl als eindeutiger Favorit gegolten. Alexander Zverev wird gegen Steve Darcis im ersten Spiel des Sonntags ein Sieg zugetraut. Ob Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann im letzten Einzel Philipp Kohlschreiber oder Mischa Zverev gegen Arthur de Greef aufbietet, ist noch offen, beide präsentierten sich in Frankfurt nicht gerade in Hochform – Kohlschreiber bei seiner Einzelniederlage am Freitag gegen Darcis, Mischa Zverev bei seiner Niederlage im Doppel am Samstag.

          „Es wird eine sehr harte Partie, beide können gewinnen“, hatte der Vater der Zverev-Brüder, Alexander Michailowitsch, prognostiziert. Laien mag die Ankündigung wie Tiefstapelei vorgekommen sein, denn die Belgier haben in der Vergangenheit nur zwei mittelprächtige Ergebnisse vorweisen können. Sie erreichten beim Challenger-Turnier in Knoxville vor ein paar Monaten das Finale, und sie besiegten 2016 im Davis Cup das bekannte brasilianische Doppel Melo/Soares. In der Doppelweltrangliste werden die beiden auf den Rängen 333 und 539 geführt.

          Aber im Davis Cup ist es von Vorteil, nichts zu verlieren zu haben. Die deutschen Brüder wurden über das gesamte Match den Rucksack aus Erwartungen und Hoffnungen nicht los, während die Belgier frisch von der Leber weg agierten. Nicht hochklassig, aber sehr geschickt und solide. Dagegen leistete sich der 19 Jahre alte Alexander Zverev bisweilen groteske Volley-Fehler am Netz. Mancher an sich schon verzweifelte Amateurspieler mag sich in diesen Szenen wiedergefunden haben.

          Da auch Doppelspezialist Mischa Zverev in keiner Phase des Spiels zu seiner gewohnten Sicherheit fand, wurde aus der Auseinandersetzung eine Zitterpartie. Auch die gewonnenen Sätze drei und vier waren keine Machtdemonstration, sondern Erfolge des Willens. „Die ersten beiden Sätze hat man gemerkt, dass die Belgier besser eingespielt sind als wir, sie wussten besser, was sie tun mussten“, sagte der 19 Jahre alte Alexander Zverev. „Wir waren nervös und angespannt“, gab sein um zehn Jahre älterer Bruder zu.

          Die beiden trainieren trotz des großen Altersunterschieds seit vielen Jahren gemeinsam. Doppel spielten sie in der Vergangenheit nur unregelmäßig zusammen. Mischas Karriere war wegen zahlreicher Verletzungen ins Stocken gekommen, die unterschiedlichen Weltranglistenpositionen erforderten unterschiedliche Turnierpläne.

          Seit einem Jahr geht es mit Mischa wieder aufwärts, auch dank seines jüngeren Bruders: „Das häufige gemeinsame Training hat Mischa die Rückkehr auf die Tour erleichtert“, erklärt Vater Zverev und fügt an: „Alexander spielt ein sehr schnelles Tennis, viele Gegner bei Turnieren spielen langsamer. Das machte es für Mischa leichter.“ Bei den Australian Open trat der ältere Zverev erstmals aus dem Schatten des jüngeren, als er den Weltranglistenersten Andy Murray besiegte und bis ins Viertelfinale vordrang. In Frankfurt vermochte er im Doppel diese Form nicht zu bestätigen.

          Weitere Themen

          „Kroos sollte sich schämen“

          Debatte um Gehaltsverzicht : „Kroos sollte sich schämen“

          Viele Fußballstars verzichten in der Corona-Krise auf Teile ihres üppigen Gehalts. Toni Kroos findet das nicht sinnvoll und argumentiert dagegen. Sein Verein Real Madrid kürzt dennoch – und Kroos muss sich deutliche Kritik anhören.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.