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Davis-Cup-Finale : Serbien gleicht aus gegen Frankreich

Entschlossenheit in Sieg umgesetzt: Serbiens Novak Djokovic Bild: dpa

Nach den ersten beiden Einzeln des Davis-Cup-Finale steht es wie erwartet 1:1. Beide Spitzenspieler sind ihren Gegnern deutlich überlegen: Monfils nimmt Tipsarevic auseinander, doch auch Volksheld Djokovic lässt Simon keine Chance.

          So eine Davis-Cup-Partie - und erst recht das Finale - ist eine vertrackte Geschichte. Der Sieger muss mindestens drei der fünf zu vergebenden Punkte holen, und deshalb kann die Taktik über die mögliche Aufstellung entscheiden. Lange also hatten das serbisch-kroatische Gespann Bogdan Obradovic und Niki Pilic sowie ihr französischer Kollege Guy Forget überlegt, wie sie ihre Mannschaften hinter den jeweiligen Spitzenspielern Novak Djokovic und Gael Monfils gruppieren sollen - und als am Freitag nach den ersten beiden Einzeln in Belgrad abgerechnet wurde, stand es wie erwartet doch 1:1. Keiner der Pläne war aufgegangen, sowohl Monfils als auch Djokovic waren einfach zu stark für ihre Gegner.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Am einfachsten hatten es noch die Serben, die Janko Tipsarevic (Nr. 49) den Vorzug vor dem in der Weltrangliste besser platzierten Viktor Troicki (Nr. 30.) gegeben hatte. Tipsarevic aber hatte im Halbfinale gegen Tschechien seine beide Einzeln gegen höher eingeschätzte Gegner - darunter das entscheidende Abschlusseinzel - gewonnen, schien deshalb also die richtige Nervenstärke zu besitzen, vor eigenem Publikum Monfils (Nr. 12) niederkämpfen zu können. Um Kraft zu sammeln, hatte Tipsarevic eigens eine dreiwöchige Turnierpause eingelegt - und dann kam alles anders: „Mir hat die Spielpraxis gefehlt“, klagte der Serbe, der übernervös wirkte und die Partie gleich mit zwei Doppelfehlern begonnen hatte. Am Ende unterlag er 1:6, 6:7, 0:6 und fasste den Tag richtig zusammen: „Eine enttäuschende Vorstellung von mir.“

          Das Doppel könnte das Zünglein an der Waage spielen

          Dass Gilles Simon (Nr. 42) danach die französische Führung gegen den Weltranglistendritten Novak Djokovic ausbauen würde, davon träumten wohl nur die kühnsten Optimisten unter den rund 2000 mitgereisten französischen Fans. Zumindest aber sollte Simon den Serben in möglichst viele lange Ballwechsel verwickeln, ihn etwas müde spielen, um so die Chancen von Monfils für das Aufeinandertreffen am Sonntag zu steigern.

          Auch Frankreichs Favorit Gael Monfils hatte in seinem Match wenig Mühe

          Das gelang ihm aber erst am Ende des dritten Satzes, als er nach einem 3:5-Rückstand Djokovic noch eine ganze Weile beschäftigen konnte. Doch unter dem Jubel der Mehrzahl der 16.200 Zuschauer glich der serbische Volksheld mit dem 6:3, 6:1 und 7:5 schließlich zum Zwischenstand von 1:1 aus - und so bewahrheitet sich auch in diesem Finale vermutlich eine alte Davis-Cup-Weisheit: Das Doppel an diesem Samstag könnte mal wieder das Zünglein an der Waage spielen.

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